Blattkohl: Grünkohl, Palmkohl und regionale Vielfalt

Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt wählte Blattkohle zum Gemüse der Jahre 2025 und 2026. Die Auszeichnung lenkt den Blick auf lokale Sorten und die genetische Vielfalt innerhalb des Gemüsekohls.
Als Blattkohl werden Formen von Brassica oleracea bezeichnet, bei denen vor allem einzelne Blätter geerntet werden und kein fester Kopf entsteht. Dazu zählen Grünkohl und Palmkohl. Kohlrabiblätter sind zwar essbar, die Pflanze wird botanisch jedoch wegen ihrer verdickten Sprossachse einer anderen Kulturgruppe zugeordnet.
Grünkohl und Palmkohl
Grünkohl trägt krause grüne bis violette Blätter und wird vor allem vom Herbst bis in den Winter geerntet. Kühlung kann sein Aroma milder machen; Frost ist nicht zwingend erforderlich.
Palmkohl, auch Schwarzkohl oder Cavolo nero genannt, besitzt längliche, dunkelgrüne, blasige Blätter. Er stammt aus der italienischen Küche und ist eine klassische Zutat der toskanischen Ribollita.
Waschen und vollständig vorbereiten
Blattkohl wird von welken oder beschädigten Blättern befreit und wegen seiner unebenen Oberfläche gründlich in Trinkwasser gewaschen. Dicke Mittelrippen können entfernt oder klein geschnitten länger gegart werden. Die Blätter eignen sich für Suppen, Eintöpfe, Pfannengerichte und Aufläufe; junge Ware kann fein geschnitten auch roh verwendet werden.
Blattkohl liefert unter anderem Vitamin C, Folat, Vitamin K, Beta-Carotin und Ballaststoffe. „Superfood“ ist keine wissenschaftlich geschützte Kategorie, und einzelne Nährstoffe belegen keine entzündungshemmende Wirkung einer Portion. Ausführliche Hinweise enthält „Grünkohl: regionales Wintergemüse ohne Superfood-Mythos“.
Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 10. August 2026
Quellen: Bundeszentrum für Ernährung (BZfE); Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) / food-monitor
Rezept: Palmkohl-Bohnen-Eintopf

Zutaten für 4 Portionen
- 300 g Palmkohl oder Grünkohl
- 400 g festkochende Kartoffeln
- 2 Möhren
- 2 Stangen Staudensellerie
- 1 Zwiebel
- 2 Knoblauchzehen
- 2 EL Olivenöl
- 1 Dose stückige Tomaten (400 g)
- 750 ml Gemüsebrühe
- 2 Dosen weiße Bohnen (je 400 g)
- 1 TL getrockneter Thymian
- Salz
- schwarzer Pfeffer
- 4 Scheiben Vollkornbrot
Zubereitung
- Palmkohl gründlich waschen, die dicken Blattrippen entfernen und die Blätter in etwa 2 cm breite Streifen schneiden. Kartoffeln und Möhren schälen und würfeln. Sellerie waschen und in Scheiben schneiden.
- Zwiebel und Knoblauch schälen und fein würfeln. Olivenöl in einem großen Topf erhitzen und beides bei mittlerer Hitze 3 Minuten glasig dünsten.
- Kartoffeln, Möhren und Sellerie zufügen und 4 Minuten mitdünsten. Tomaten, Gemüsebrühe und Thymian einrühren, aufkochen und zugedeckt 12 Minuten köcheln lassen.
- Die Bohnen in einem Sieb abspülen und abtropfen lassen. Bohnen und Palmkohl in den Topf geben und weitere 10 bis 12 Minuten köcheln lassen, bis Kartoffeln und Kohl weich sind.
- Den Eintopf mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Brotscheiben in einer trockenen Pfanne von beiden Seiten jeweils 2 Minuten rösten.
Serviervorschlag: Den Eintopf heiß mit dem gerösteten Vollkornbrot servieren.
Allergene: Enthält Sellerie und Gluten (Vollkornbrot). Gemüsebrühe kann weitere Allergene enthalten.
Rezept: food-monitor / KI
