Weniger Lebensmittelabfall beginnt mit einem realistischen Einkauf, sichtbaren Vorräten, passender Lagerung und einem sicheren Umgang mit Resten.
Nach Angaben des Bundesministeriums entstehen rund 58 Prozent der Lebensmittelabfälle in Deutschland in privaten Haushalten. Für das Bezugsjahr 2022 waren das etwa 76 Kilogramm pro Person. Darin sind auch unvermeidbare Bestandteile wie Schalen, Knochen oder Kaffeesatz enthalten. Die Zahl darf deshalb nicht mit ausschließlich vermeidbaren, noch essbaren Lebensmitteln gleichgesetzt werden.
Eigene Abfälle zuerst beobachten
Ein Küchentagebuch macht sichtbar, was regelmäßig übrig bleibt und warum: zu große Packungen, vergessene Vorräte, falsche Lagerung, zu große Portionen oder kurzfristig geänderte Pläne. Schon eine oder zwei Wochen reichen häufig, um wiederkehrende Muster zu erkennen.
Einkauf realistisch planen
- Vorräte und Kühlschrank vor dem Einkauf prüfen.
- Nur die Mahlzeiten planen, die voraussichtlich tatsächlich zu Hause gegessen werden.
- Einkaufsliste und passende Packungsgrößen nutzen.
- Leicht verderbliche Ware nur in Mengen kaufen, die rechtzeitig verbraucht werden können.
- Neu gekaufte Produkte hinter ältere Vorräte stellen.
Lebensmittel passend lagern
Nicht jedes Lebensmittel gehört in den Kühlschrank. Entscheidend sind Produktart, Reifegrad, Verpackung und Herstellerhinweise. Im Kühlschrank sollten ältere oder geöffnete Lebensmittel gut sichtbar stehen. Offene Packungen lassen sich mit Öffnungsdatum kennzeichnen.
Empfindliche Spezialfälle behandelt food-monitor getrennt:
- Sommerbeeren lagern, prüfen, verarbeiten und einfrieren
- Unreife Früchte erkennen, nachreifen lassen und richtig lagern
- Brot richtig lagern, einfrieren und verwerten
- Konserven richtig lagern und verwerten
- Fleisch, Brot, Butter und Schokolade richtig einfrieren und lagern
Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum unterscheiden
Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist bei ungeöffneter und richtig gelagerter Ware kein automatisches Wegwerfdatum. Nach Ablauf können Aussehen, Geruch, Konsistenz und – sofern das Produkt unauffällig ist – eine kleine Geschmacksprobe bei vielen Lebensmitteln bei der Beurteilung helfen.
Anders ist das Verbrauchsdatum „zu verbrauchen bis“. Es kennzeichnet leicht verderbliche Lebensmittel, bei denen nach Ablauf ein Gesundheitsrisiko bestehen kann. Solche Produkte sollten nach dem Datum nicht mehr gegessen werden. Auch Schimmel, aufgeblähte Verpackungen oder deutlich abweichender Geruch sind keine Fälle für Resteverwertung.
Ob Händler Ware nach dem MHD weiterverkaufen dürfen und ob dafür ein Preisnachlass vorgeschrieben ist, erklärt der Beitrag „MHD überschritten: Dürfen Händler Lebensmittel weiterverkaufen?“.
Reste sicher weiterverwenden
Gegarte Reste möglichst rasch abkühlen, abgedeckt kühlen und zeitnah verbrauchen. Große Mengen lassen sich dafür in flache Behälter aufteilen. Nur so viel aufwärmen, wie benötigt wird, und die Speise vollständig durcherhitzen. Aus trockenen Brotresten können beispielsweise Croutons oder Paniermehl entstehen; reife, einwandfreie Früchte eignen sich für Mus, Kompott oder zum Einfrieren.
Die kostenlose „Zu gut für die Tonne!“-App bietet ein digitales Küchentagebuch und eine Rezeptsuche für vorhandene Zutaten. Weitere Grundlagen zu Lagerung, Haltbarkeit und Lebensmittelabfällen stellt „Zu gut für die Tonne!“ bereit.
Ursprüngliche Quelle: Zu gut für die Tonne! / Bundesministerium.
Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, August 2026.
Quellen: Bundesministerium: Küchentagebuch und Lebensmittelabfälle, Bundeszentrum für Ernährung: Haltbarkeit und Bundeszentrum für Ernährung: richtig lagern.
