Schokolade ohne Kakao: TÜV SÜD zu Herstellung und Kennzeichnung

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Kakaofreie Alternativen entstehen aus fermentierten und gerösteten Rohstoffen.

TÜV SÜD beschreibt Hintergründe, Herstellung und Kennzeichnung einer wachsenden Produktgruppe, die Schokolade geschmacklich und technologisch ähneln soll.

Schokolade gehört besonders in der Vorweihnachtszeit zu den gefragten Süßwaren. Neben klassischen kakaohaltigen Produkten kommen zunehmend Alternativen auf den Markt, die ohne den teuren Rohstoff Kakao auskommen.

Kakaopreise auf hohem Niveau

Nach Angaben von TÜV SÜD lag der Weltmarktpreis für Kakao im Mai 2025 mehr als doppelt so hoch wie 2022. Als Ursachen nennt die Organisation unter anderem Überflutungen, Starkregen und Dürreperioden, anbautechnische Probleme, unzureichenden Pflanzenschutz, Defizite bei Infrastruktur und Nacherntebehandlung sowie den Ausstieg von Betrieben aus der Kakaoproduktion.

Obwohl die internationalen Kakaopreise im Jahresverlauf wieder etwas sanken, blieben die Verbraucherpreise in Deutschland nach Darstellung von TÜV SÜD auf hohem Niveau.

Alternativen ohne Kakao

Für kakaofreie schokoladenähnliche Produkte werden je nach Rezeptur beispielsweise Sonnenblumenkerne, Hafer, Zucker, Milchpulver oder Sonnenblumenkernmehl eingesetzt. Als Fettbestandteile nennt TÜV SÜD unter anderem Palmöl, Soja- und Rapsöl sowie Shea. Hinzukommen können Zutaten wie Haselnüsse, Pfefferminze oder Marzipan.

Die Herstellungsverfahren orientieren sich teilweise an der Schokoladenproduktion: Rohstoffe werden fermentiert, geröstet und fein vermahlen. Anschließend wird die Masse mit weiteren Zutaten gemischt und conchiert. Beim Conchieren werden flüssige Massen längere Zeit gerührt und geknetet, um Konsistenz und Aroma zu entwickeln.

Kennzeichnung muss die Produktart erkennen lassen

TÜV SÜD erklärt, die Bezeichnung „Schokolade“ sei an definierte Kakaoanteile gebunden. Kakaofreie Produkte müssten deshalb so bezeichnet und aufgemacht sein, dass keine Verwechslung mit Kakao- und Schokoladenerzeugnissen entsteht. Die Organisation verweist dabei auf die Kakaoverordnung und das Irreführungsverbot der Lebensmittel-Informationsverordnung.

Neben der amtlichen Lebensmittelüberwachung spielen nach Darstellung von TÜV SÜD auch freiwillige Zertifizierungsprogramme der Lebensmittelwirtschaft eine Rolle.

Eine breitere Einordnung zu Zutaten, Nährwerten, Preisen und Umweltangaben bietet Schokolade ohne Kakao: Was Alternativprodukte leisten. Den wirtschaftlichen Hintergrund erläutert Kakaoanbau in der Krise, kletternde Schokoladenpreise im Advent.

Aktualisiert am 17. August 2026
Quelle: TÜV SÜD / food-monitor / KI