Im Wirtschaftsjahr 2024/25 standen rechnerisch 33,2 Kilogramm Zucker je Einwohner für Nahrungszwecke zur Verfügung.
Der vorläufige Wert der Versorgungsbilanz lag 2,1 Kilogramm über dem Vorjahr. Umgerechnet sind 33,2 Kilogramm rund 91 Gramm pro Tag. Diese Umrechnung darf jedoch nicht als durchschnittlich tatsächlich gegessene Zuckermenge verstanden werden.
„Verbrauch“ ist hier eine Bilanzgröße
Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung ermittelt Herstellung, Ein- und Ausfuhren, Bestandsveränderungen sowie verschiedene Verwendungszwecke. Aus der für Nahrung verfügbaren Gesamtmenge wird ein rechnerischer Pro-Kopf-Wert gebildet.
Darin sind auch Mengen enthalten, die nicht gegessen werden – etwa zuckerhaltige Aufgussflüssigkeiten von Konserven oder Verluste in Verarbeitung und Haushalt. Nicht enthalten sind natürlicherweise vorkommende Zucker in Obst und Honig. Auch Glukose, Isoglukose und andere Süßungsmittel werden in gesonderten Bilanzen erfasst.
Die Zahl lässt sich deshalb weder direkt mit Ernährungsprotokollen noch ohne Weiteres mit Empfehlungen für freie Zucker vergleichen. Sie ist vor allem ein Indikator für die Versorgung und Marktverwendung von Zucker.
Mehr Herstellung und industrielle Nutzung
Deutsche Zuckerfabriken produzierten 2024/25 rund 4,7 Millionen Tonnen Zucker – fast zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Ausschlaggebend war eine deutlich höhere Zuckerrübenernte von rund 36,7 Millionen Tonnen, obwohl der Zuckergehalt je Rübe niedriger lag.
Für die inländische Verwendung standen rund 3,1 Millionen Tonnen zur Verfügung. Davon entfielen 90 Prozent auf Nahrungszwecke, nach 93 Prozent im Vorjahr. Rund 267.000 Tonnen wurden für Energie und chemische Industrie eingesetzt, etwa für Bioethanol oder als Hilfsstoff in pharmazeutischen Produkten.
Der rechnerische Selbstversorgungsgrad betrug 154 Prozent. Das bedeutet, dass die inländische Erzeugung die rechnerische Inlandsverwendung deutlich übertraf; es sagt nichts über den individuellen Konsum aus.
Warum Aussagen zum gesundheitlichen Zuckerkonsum andere Daten benötigen, zeigt „Zuckerabgabe ab 2028: Stand, Wirkung und Streitpunkte“.
Aktualisiert am 15. August 2026
Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) / food-monitor / KI
