Siegerkonzept verbindet Snack und Nachhaltigkeit
Fachliche Einordnung
Ausgezeichnet wurde eine studentische Produktidee, nicht die klinisch geprüfte Wirksamkeit gegen Menstruationsbeschwerden. Die Formulierung „Linderung“ stammt aus der Beschreibung des Teams und des FEI; in der Wettbewerbsdokumentation wird kein Wirksamkeitsnachweis am Menschen genannt. Für gesundheitsbezogene Angaben zu Lebensmitteln verlangt das EU-System eine wissenschaftliche Bewertung und Zulassung; einen Überblick bietet die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Das Produkt ersetzt keine medizinische Diagnose oder Behandlung. Den zeitlichen Ablauf dokumentiert TROPHELIA Deutschland 2026: Ausschreibung und Ergebnis. Den dritten Platz erreichte Happy Beans mit Ackerbohnenmehl.
Mit der Produktidee „Cycle Bites“ gewann das Studierenden-Team der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe den diesjährigen TROPHELIA-Wettbewerb. Der Ideenwettbewerb richtet sich an Studierende der Lebensmittelwissenschaften und wurde zum 17. Mal durch den Forschungskreis der Ernährungsindustrie e. V. (FEI) ausgerichtet.

Der spannende Wettbewerbstag endet mit einer feierlichen Siegerehrung. Im Bild: Die TROPHELIA Finale-Teams (hinten), Organisatorin Susanne Stark und die Jury-Mitglieder Dr. Volker Herdegen, Martin Ammann (Sprecher der Jury), Georg Lenz, Dr. Georg Böcker und Leonie Hahn (vorne; v. l.) Nicht im Bild: Oliver Numrich
Das Team entwickelte „Cycle Bites“ als Snackkonzept für Menschen mit Menstruationsbeschwerden.
Nach Darstellung des Teams greift das Konzept den Wunsch nach einer alltagstauglichen Snackoption während der Menstruation auf. Vorgesehen sind eine vegane Rezeptur, Bio-Zertifizierung und eine vollständig recycelbare Verpackung.
Das Team hat die TROPHELIA-Jury auf ganzer Linie überzeugt, denn die Lebensmitteltechnologinnen Maike Fraune, Daria Schlüter, Juliana Schröter und Jacqueline Steinwedel haben mit ihrem Know-how eine Lösung entwickelt, die die deutliche Marktlücke eines fehlenden innovativen Produkts füllt, das auf die physiologischen Bedürfnisse von Frauen ausgelegt ist. Das Keksprodukt enthält unter anderem Frauenmantel-, Schafgarben- und Gänsefingerkraut. Nach dem Konzept des Teams soll es eine unkompliziert konsumierbare Snackportion bieten; eine beschwerdelindernde Wirkung ist damit nicht belegt.
„Für jedes komplexe Problem gibt es eine einfache Lösung, die gut klingt und – nicht funktioniert! Die jungen Entwickler-Teams haben sich der kompletten Herausforderung Nachhaltigkeit, Gesundheit und Lebensmittelsicherheit – und nicht einer scheinbar einfachen Lösung – gestellt“, spiegelt Martin Ammann, Sprecher der diesjährigen TROPHELIA-Jury, deren Gedanken wider.
Das Siegerteam soll mit „Cycle Bites“ Deutschland beim europäischen Wettbewerb ECOTROPHELIA, der am 18./19. Oktober in Paris stattfindet, vertreten. Betreut wurde das Team bei der Entwicklung und Umsetzung seiner Idee durch Prof. Dr.-Ing. Ute Hermenau und beim Finale in Bonn von Prof. Dr. Miriam Pein-Hackelbusch begleitet.
Platz 2 erreicht das Team der Hochschule Fulda mit „Snicks – Die Snack-Sticks“, einem koffeinhaltigen Snack-Stick auf Soja- und Weizenproteinbasis mit Möhre, Füllung aus Möhrenkraut sowie der Nebenstromverarbeitung Guayusa.
Über Platz 3 freut sich das Team der Hochschule Bremerhaven mit „Happy Beans – Classic Muffins“, einer proteinreichen Backmischung auf Basis von Ackerbohnenmehl mit Tröpfchen aus kakaofreier Schokoladenalternative auf Sonnenblumenbasis.
Mit dem diesjährigen Sonderpreis für die innovativste Produktidee wurde das Team der Technischen Universität Berlin mit „Protein Bites“ ausgezeichnet, ein getrocknetes pflanzliches Snack-Erzeugnis auf der Basis von Mykoprotein mit Jerky-Geschmack.
Zwei weitere Teams der Technischen Universität Berlin wurden für ihre Final-Teilnahme mit ihrer Produktidee „Druckrüben Filet“, eine hochdruckbehandelte pflanzliche Fisch-Alternative auf Rübenbasis, und „NutriCrunch“, extrudierte Snack-Flips auf Erbsenisolat-Basis mit getrocknetem und vermahlenem Biertreber, ausgezeichnet.
Insgesamt 16 Studierenden-Teams von 9 Hochschulen hatten sich für TROPHELIA Deutschland angemeldet, um ihre Ideen für innovative Lebensmittelprodukte mit einem ökologischen Benefit vorzustellen. Die besten sechs Teams wurden für das Finale ausgewählt, das am 22. April 2026 im Rahmen des FEI-Kooperationsforums in Bonn stattfand. Nach der Ideen-Präsentation und Verkostung bewertete die Jury die Produktideen nach Punkten in verschiedenen Kategorien. Die Preisverleihung fand im Anschluss an das FEI-Kooperationsforum statt.
Die Jury würdigte die Qualität der diesjährigen Vorschläge sowie die hohe Fachkenntnis und Initiative der Teams: Alle Produktideen überzeugten in ihren öko-innovativen Eigenschaften und wären schon heute eine Bereicherung des vorhandenen Sortiments.
Weitere Informationen zu den Produktideen und Platzierungen enthält die offizielle FEI-Dokumentation zu TROPHELIA 2026.
Quelle: Forschungskreis der Ernährungsindustrie (FEI) / food-monitor
Redaktionell mit Unterstützung von KI aktualisiert: food-monitor, 6. September 2026
