Steigende Ansprüche und knappe Budgets verschärfen den Preisdruck in der Schul- und Kitaverpflegung.
Eine Studie der Denkfabrik Zukunft der Gastwelt sieht Preis und geforderte Leistungen häufig in einem deutlichen Missverhältnis.
Bundesweit steht für rund sechs Millionen Kinder und Jugendliche das tägliche Mittagessen in Schulen, Horten und Kitas auf dem Speiseplan. Nach einer neuen Studie der Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) verringern sich die wirtschaftlichen Spielräume vieler Schul- und Kitacaterer jedoch deutlich.
Für drei Viertel der 305 befragten Anbieter ist der Preis das dominierende Zuschlagskriterium. 71 Prozent halten den erzielten Essenspreis im Verhältnis zu den geforderten Leistungen für nicht angemessen. Im Durchschnitt kostet ein Mittagessen bei den befragten Caterern 4,21 Euro netto. Gleichzeitig sollen die Unternehmen mehrere Menülinien, besondere Kostformen, Bioanteile, Ernährungsstandards, Logistik und zusätzliches Personal anbieten.
93 Prozent der befragten Unternehmen nennen steigende Warenkosten als eine ihrer größten Herausforderungen, 91 Prozent hohe Personalkosten. Bei längerfristigen Verträgen ließen sich diese Steigerungen ohne finanziellen Ausgleich wirtschaftlich kaum auffangen.
Vergabepraxis und Ganztagsausbau
Drei Viertel der Befragten sehen den Preis als dominierendes Zuschlagskriterium. Qualitätsvorgaben stünden bei Entscheidungen häufig hinter dem Preis zurück. Mit dem Ganztagsausbau werden nach Einschätzung der Anbieter zudem mehr Küchen, Ausgabetechnik, ausreichend große Mensen und mehr Pausenzeit zum Essen benötigt.
66 Prozent nennen eine unzureichende Ausstattung in den Einrichtungen als wesentliche Herausforderung. 73 Prozent der Unternehmen stellen zusätzlich Personal bereit, 62 Prozent liefern Technik zum Warmhalten oder Regenerieren der Mahlzeiten. Ein Drittel bietet Ernährungsbildung an.
Ältere Schüler nehmen seltener teil
Die befragten Unternehmen beliefern 33.634 Kitas, Schulen und Horte und produzieren in einer durchschnittlichen Schulwoche mehr als zehn Millionen Essen. Nach ihrer Einschätzung liegt die Teilnahmequote älterer Schülerinnen und Schüler bei höchstens 50 Prozent. Neben Speiseplan und Preis beeinflussen auch Bestellsysteme, Mittagspausen und die Atmosphäre in der Mensa die Teilnahme.
Qualitätswende bei der Vergabe gefordert
Die DZG fordert, Qualität, Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit bei der Vergabe stärker zu gewichten. Grundlage der Studie „Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Kita- und Schulverpflegung im Spannungsfeld von Versorgungsauftrag, Qualität und Kostendruck“ sind eine bundesweite Onlinebefragung von 305 Caterern, Interviews mit Fachleuten und die Auswertung von Literatur und Branchendaten. Die Befragung ist nicht repräsentativ, soll aber einen explorativen Einblick in den Markt geben.
Quelle: zukunft-gastwelt.de
