Global oder regional? Woher kommt die Tiefkühlkost?

Verschiedene tiefgekühlte Lebensmittel in VerpackungenTiefgekühlte Speisen stehen für frisch verarbeitete Rohware und nährstoffschonende Haltbarmachung. Sie sind sehr beliebt, denn sie ersparen uns Arbeit und vermeiden Küchenabfälle. Wie erkennt man, woher die verarbeiteten Lebensmittel stammen?

Tiefkühlkost – ein breites Angebot

Tiefkühlkost bezeichnet industriell hergestellte Lebensmittel, die durch Tiefgefrieren haltbar gemacht werden. Die Angebotspalette reicht von küchenfertigen Rohprodukten, wie bereits geputztes Gemüse, bis hin zu Fertiggerichten. Damit zählen tiefgekühlte Lebensmittel zu Convenience-Food. Besonders beliebt sind tiefgekühlte Menüs und Backwaren. Welche Produktgruppen wachsen und wie viele Haushalte regelmäßig Tiefkühlprodukte kaufen, verändert sich laufend; die konkreten Zahlen der ursprünglichen Fassung wurden deshalb nicht als aktueller Marktstand übernommen.

Tiefkühlkost macht unabhängig von saisonalen und regionalen Angeboten. So können Verbraucher beispielsweise in der Saison geerntete Himbeeren oder Erdbeeren auch im Winter essen. Bei Tiefkühlkost aus dem Supermarkt hingegen suchen sie oft vergeblich nach Angaben zum Herkunftsland bzw. zu den Erzeugern der Einzelkomponenten.

Kennzeichnung tiefgekühlter Ware – aktueller Stand

Seit dem 13. Dezember 2014 gilt die EU-Lebensmittelinformationsverordnung. Das Ursprungsland oder der Herkunftsort muss in bestimmten Fällen angegeben werden, etwa wenn Verbraucherinnen und Verbraucher ohne diese Angabe irregeführt werden könnten oder besondere Herkunftsregeln greifen. Ein vollständiges Herkunftsverzeichnis sämtlicher Zutaten ist bei verarbeiteten Lebensmitteln weiterhin nicht generell vorgeschrieben.

Seit dem 1. April 2020 ergänzt die EU-Durchführungsverordnung 2018/775 die Regeln: Wird die Herkunft eines Lebensmittels ausgelobt und stammt seine primäre Zutat aus einem anderen Land oder Gebiet, muss dies kenntlich gemacht werden. Für tiefgefrorene Erzeugnisse gelten zusätzlich produktspezifische Pflichtangaben und Vorgaben zur Lagerung.

Ein Beispiel für eine geschützte Herkunftsbezeichnung ist Rooibos-Tee aus Südafrika.

Aktuelle Zahlen zur Warenherkunft bietet der Beitrag „Woher importiert Deutschland sein Gemüse?“.

Auf der Suche nach der Herkunft

Es gibt verschiedene mehr oder weniger aufwändige Wege, die Herkunft der tiefgekühlten Lebensmittel herauszufinden. Einige Hersteller bieten einen Telefonservice an. Anhand der Chargennummer kann konkret Auskunft gegeben werden. Auf den ersten Blick erscheint ein Anruf nicht sehr verbraucherfreundlich, aber er liefert für Interessierte ausführliche Informationen.

Viele große Tiefkühlproduzenten bieten ausführliche Informationen über Internetseiten und sogar Handy-Apps. Über einen bestimmten Code auf dem Produkt finden Sie auf diesen Seiten  genaue Informationen zu sortenreiner Tiefkühlware und zu gemischten Fertigprodukten.

Soll die Kennzeichnungspflicht ausgeweitet werden?

Verbraucher und Verbraucherverbände fordern seit längerem die ausführliche Kennzeichnung mit Herkunftsangabe. Dem haben sich einige Länder-Verbraucherminister angeschlossen. Hauptargument ist, dass selbst bei lose verkäuflicher Ware, wie Salat, die Herkunft deklariert werden muss. Außerdem würde doch mancher Verbraucher – auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit – zur regionalen und saisonalen Frischware greifen, wenn er wüsste, aus welchem Land sein Einkauf kommt und was für einen weiten Weg er hinter sich hat.

Während diese Forderung bei sortenreinen Packungen relativ leicht umgesetzt werden könnte, ist eine Angabe auf der Verpackung bei Fertiggerichten mit vielen Zutaten problematisch. So kommt man z.B. bei Reisfertiggerichten schnell auf über 30 Zutaten, die aus bis zu zwölf Ländern weltweit kommen können. Hier würde eine Deklaration eine äußerst große Fläche auf der Verpackung einnehmen – und damit wäre möglicherweise wirklich „das Informationsbedürfnis des Verbrauchers überschritten“, wie der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde anmerkt.

Autorin: Dr. Renate Rustemeyer
Bildautorin: Friederike Wöhrlin

Aktualisiert am 15. August 2026
Quelle: LEL Schwäbisch Gmünd, Infodienst Landwirtschaft – Ernährung – Ländlicher Raum, ernaehrung-bw.info / food-monitor / KI

Weiterführende Übersicht: Der Themenhub Convenience Food, Tiefkühlkost und Fertiggerichte bündelt Produktarten, Zutaten und Nährwerte, Kühlkette, Zubereitung, Nachhaltigkeit und Markttrends.