Einordnung: Der Beitrag dokumentiert einen ÖKO-TEST aus dem Jahr 2014. Produktrezepturen, Lieferketten und das heutige Marktangebot können davon abweichen.
Wie kann das sein? In dem Bio-Traubenkernöl des renommierten Reformhausherstellers Fauser Vitaquell wurden 14 verschiedene Spritzgifte gefunden, die in der Summe den Orientierungswert des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren um fast das 300-fache überschreiten. Auch das Bio-Traubenkernöl von Govinda war hochbelastet.
Schadstofffunde im Test
Traubenkernöl, Arganöl oder Leinöl – diese Produkte gelten als edel, naturbelassen und gesund. Im ÖKO-TEST zeigte sich allerdings, dass viele das Geld nicht wert sind, das sie kosten: Hormonell wirksame Weichmacher, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Mineralölrückstände führten bei fast allen Ölen zu Abzügen. Einige Bio-Öle fielen zudem unangenehm auf, weil sie satte Rückstände an Pestiziden enthielten.
Mögliche Eintragsquellen
ÖKO-TEST ging der Frage nach, über welche Wege die gefundenen Stoffe in die Öle gelangt sein könnten. Wie Mineralöle in Speiseöle gelangen, ist aber noch weitgehend ungeklärt. Denkbar sind Schmieröle aus der Produktion oder der Abrieb von Straßenbelägen. Klarer ist der Fall bei Phthalat-Weichmachern: Als Eintragsquellen kommen hier Abfüllanlagen, Transportbänder und die Umweltbelastung in Frage. Aber auch Übergänge aus Handschuhen, die beim Sortieren von Nusskernen getragen werden, können zur Belastung beitragen.
Bio-Öle im Test
Auch die Wahl von Bio-Ölen schützte in diesem Test nicht grundsätzlich vor Rückständen: Drei Testprodukte schnitten zwar mit „sehr gut“ bzw. „gut“ ab. Doch alle anderen Bio-Öle enthielten ebenfalls Rückstände. Und zwei Traubenkernöle waren derart mit Pestiziden belastet, dass die Bezeichnung „bio“ für diese Produkte alles andere als angebracht ist.
Reaktion des Branchenverbands
ÖKO-TEST kritisierte auch die damalige Reaktion des Bundesverbands Naturkost Naturwaren. Nach Darstellung des Magazins teilte der Verband mit: Man würde sich zwar niedrige Werte wünschen, habe grundsätzlich aber kein Problem damit, dass Öle als „bio“ verkauft werden, selbst wenn gesetzliche Grenzwerte für Pestizide in den verwendeten Ölsaaten überschritten werden. Es müsse lediglich sichergestellt sein, dass der Bio-Winzer selbst keine Spritzmittel verwendet habe. So sehe es auch die EU-Öko-Verordnung vor.
Das ÖKO-TEST- Magazin Mai 2014 gibt es ab dem 25. April 2014 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 4,50 Euro.
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Quelle: ÖKO-TEST
