Gasgrillen ist auch bei niedrigen Temperaturen möglich. Kälte und Wind verändern jedoch Aufheizzeit, Gasabgabe und Garzeit. Entscheidend sind ein zulässiger Standort, die zum Gerät passende Gasversorgung und eine vollständige Sicherheitsprüfung.

Nur im Freien und mit sicherem Abstand
Gasgrills ausschließlich im Freien verwenden – nicht in Wohnräumen, Zelten, Gartenhäusern oder Garagen. Auch ein geöffnetes Garagentor verhindert eine Kohlenmonoxidvergiftung nicht zuverlässig. Der Untergrund muss eben und nicht brennbar sein; Abstände zu Fassaden, Dachüberständen und brennbaren Gegenständen richten sich nach der Geräteanleitung.
Ein windgeschützter Platz verringert Wärmeverluste, darf aber die Belüftung nicht behindern. Den Grill nicht so aufstellen, dass Wind Flammen in Richtung von Personen, Gebäuden oder trockener Vegetation drückt. Flucht- und Rettungswege bleiben frei.
Propan statt reinem Butan bei Frost
Butan baut um den Gefrierpunkt nur noch wenig Dampfdruck auf. Propan bleibt auch bei deutlich niedrigeren Temperaturen nutzbar und ist deshalb für Winterbetrieb geeigneter. Maßgeblich sind dennoch die Freigaben von Grill, Druckregler und Gasflasche; Anschlüsse und Nenndruck müssen zusammenpassen.
Die Flaschengröße richtet sich nach Leistung und Gasbedarf des Geräts. Eine Reif- oder Eisschicht kann bei hoher Gasentnahme entstehen und bedeutet nicht automatisch einen Defekt. Die Flasche niemals mit offener Flamme, Heizlüfter, heißem Wasser oder anderen Wärmequellen erwärmen. Bei Leistungsabfall das Gerät sicher abstellen und die Herstellerhinweise prüfen.
Vor dem Zünden kontrollieren
- Flasche aufrecht und standsicher aufstellen; Ventil und Schlauch müssen erreichbar bleiben.
- Schlauch, Regler und Anschlüsse auf Risse, Porosität, Korrosion und Beschädigungen prüfen.
- Nur zugelassene, zum Gerät passende Bauteile verwenden; keine improvisierten Adapter einsetzen.
- Dichtheit nach Geräte- beziehungsweise Bauteilanleitung mit geeignetem Lecksuchmittel prüfen – niemals mit einer Flamme.
- Fettauffangschale und Brennerbereich reinigen, damit Fettbrände und ungleichmäßige Flammen vermieden werden.
Die vollständige Saison- und Sicherheitscheckliste steht in Sicher grillen mit dem Gasgrill.
Zünden und grillen
Gasflaschenventil und Brenner ausschließlich in der Reihenfolge der Geräteanleitung bedienen. Zündet der Brenner nicht, Gaszufuhr schließen und vor einem neuen Versuch ausreichend warten, damit ausgetretenes Gas sich verflüchtigen kann. Bei Gasgeruch den Grill nicht zünden, Ventil nur ohne Eigengefährdung schließen und Abstand halten.
Der Deckel reduziert Wärmeverluste, darf aber nur so genutzt werden, wie es die Anleitung vorsieht. Kalte Außentemperaturen verlängern Vorheiz- und Garzeiten; starre Sommerzeiten sind daher ungeeignet. Fleisch, Fisch und andere leicht verderbliche Lebensmittel bis zur Zubereitung kühlen, rohe und gegarte Zutaten trennen und im Zweifel die Kerntemperatur prüfen. Geflügel, Hackfleisch und Speisen mit rohem Ei an allen Stellen mindestens 70 °C für zwei Minuten erhitzen.
Nach dem Grillen
Brenner ausschalten und Flaschenventil vollständig schließen. Gerät abkühlen lassen und nach Herstellerangabe reinigen. Fett und Speisereste nicht durch unnötig langes Ausbrennen entfernen, wenn die Anleitung eine mechanische Reinigung vorsieht.
Volle und leere Flüssiggasflaschen aufrecht, mit geschlossenem Ventil und Ventilschutz an einem gut belüfteten, zulässigen Ort oberhalb der Erdgleiche lagern. Keller, Treppenhäuser, Flure und Rettungswege sind ungeeignet beziehungsweise unzulässig. Regionale Vorschriften und die Technischen Regeln Flüssiggas beachten.
Quellen
- Deutscher Verband Flüssiggas: Wintergrillen mit dem Gasgrill
- DVGW: Flüssiggas und Technische Regeln Flüssiggas
Ausgangsmitteilung: DVFG, 25. Januar 2024; redaktionell mit dem Fachstand 2026 aktualisiert und sicherheitsbezogen neu geordnet.
