Untergewicht als Gefahr für ältere Menschen

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Fisch als protein- und energiereiches Lebensmittel
Foto: jusafa61, CC BY 2.0, Quelle: piqs.de

Ungewollter Gewichtsverlust ist ein Warnzeichen

Wenn ältere Menschen unbeabsichtigt Gewicht verlieren, sollte die Ursache frühzeitig ärztlich abgeklärt werden. Ein Verlust von mehr als fünf Prozent des Körpergewichts innerhalb von sechs Monaten gilt als auffällig. Auch lockerer sitzende Kleidung, weniger Appetit, kleinere Essmengen, zunehmende Schwäche oder wiederholte Stürze können Hinweise geben.

Ein Body-Mass-Index unter 22 kg/m² ist bei Menschen ab 70 Jahren ein mögliches Kriterium für Mangelernährung, aber keine Diagnose für sich allein. Nach den GLIM-Kriterien müssen zusätzlich weitere körperliche und ursächliche Merkmale berücksichtigt werden, etwa Muskelverlust, eine deutlich geringere Nahrungsaufnahme oder eine entzündliche Erkrankung.

Häufige Ursachen im Alter

Schlecht sitzende Zahnprothesen, Kau- oder Schluckprobleme, Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, Schmerzen, Depressionen, Einsamkeit und finanzielle Belastungen können das Essen erschweren. Auch Medikamente können Appetit, Geschmack, Mundtrockenheit oder Verdauung beeinflussen. Eine einseitige Empfehlung, einfach mehr zu essen, greift deshalb oft zu kurz.

Untergewicht ist zudem nicht gleichbedeutend mit Mangelernährung: Auch normalgewichtige oder adipöse Menschen können mangelernährt sein. Der Beitrag „Mangelernährung: Warnzeichen, Risikogruppen und Screening“ erklärt, wie Fachkräfte das Risiko systematisch erfassen.

Energie und Protein in kleinen Portionen

Bei geringem Appetit helfen häufig mehrere kleine Mahlzeiten und Zwischenmahlzeiten. Speisen lassen sich beispielsweise mit Pflanzenöl, Nussmus, gemahlenen Nüssen, Käse, Joghurt, Quark oder Sahne anreichern. Protein liefern unter anderem Milchprodukte, Eier, Fisch, Fleisch, Hülsenfrüchte und Tofu. Welche Auswahl passt, hängt von Erkrankungen, Verträglichkeit, Vorlieben und der Fähigkeit zu kauen und zu schlucken ab.

Getränke sollten ausreichend Energie liefern, wenn feste Nahrung kaum gegessen wird. Medizinische Trinknahrung kann sinnvoll sein, gehört aber bei Erkrankungen oder anhaltendem Gewichtsverlust in professionelle Beratung. Vitamin- und Mineralstoffpräparate werden nicht pauschal benötigt, sondern bei nachgewiesenem Mangel oder medizinischer Indikation.

Muskelkraft mitbehandeln

Eine ausreichende Energie- und Proteinzufuhr wirkt am besten zusammen mit körperlicher Aktivität. An die persönliche Leistungsfähigkeit angepasstes Kraft- und Gleichgewichtstraining kann Muskelkraft und Sturzsicherheit unterstützen. Bei Gebrechlichkeit, Schmerzen oder akuter Erkrankung sollte das Training therapeutisch begleitet werden.

Die DGEM-Leitlinie zur klinischen Ernährung im Alter empfiehlt nach einem auffälligen Screening ein umfassendes Assessment, einen individuellen Behandlungsplan und regelmäßige Erfolgskontrollen.

Aktualisiert am 14. August 2026
Quelle: Wort & Bild Verlag / food-monitor / KI