Worauf beim Kauf zu achten ist.

Frisch oder getrocknet – Knoblauch ist ganzjährig fester Bestandteil der Gemüseabteilung in Supermärkten und Discountern. Wer Transportwege berücksichtigen möchte, kann die Herkunft als ein Kriterium nutzen. Die Klimabilanz hängt jedoch zusätzlich von Anbau, Ertrag, Lagerung, Verpackung und Transportmittel ab. Aus dem Herkunftsland allein lässt sich weder eine konkrete Umweltbilanz noch eine chemische Behandlung ableiten.
„In Deutschland wird Knoblauch nur in sehr kleinem Umfang angebaut, weshalb er überwiegend aus anderen Ländern importiert werden muss“, sagt Constanze Rubach, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Eine kleine, nicht repräsentative Marktstichprobe der Verbraucherzentrale Niedersachsen zeigte zum damaligen Erhebungszeitpunkt überwiegend spanischen Knoblauch; einzelne Angebote stammten aus China. Solche Sortimente können sich saisonal und zwischen Händlern ändern. Knoblauch wird außerdem unter anderem aus Ägypten oder Argentinien importiert.
„Wer Wert auf Klimaschutz legt und kurze Transportwege bevorzugt, sollte daher auf die Herkunft achten“, rät die Expertin und führt aus: „Das Ursprungsland ist entweder am Produkt selbst oder auf dem Preisschild daneben ausgewiesen. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sich dabei nicht von Angaben wie ‚abgepackt für‘ oder ‚abgepackt von‘ mit einer deutschen Adresse in die Irre führen lassen – dies ist nicht gleichzusetzen mit der Herkunft.“
Knoblauch aus Nicht-EU-Ländern
Lange Lieferketten können andere Lager- und Transportbedingungen erfordern als kurze Wege. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass ein bestimmtes Herkunftsland mit einer konkreten Behandlung oder höheren Rückständen gleichzusetzen ist. Für importierte Ware gelten die europäischen Rückstandshöchstgehalte und amtliche Kontrollen. Eine Importtoleranz darf nur festgelegt werden, wenn die gesundheitliche Risikobewertung dies zulässt.
Im ökologischen Anbau sind viele chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel nicht zugelassen. Bio-Ware garantiert dennoch keine vollständige Rückstandsfreiheit, etwa durch Abdrift, Umweltkontamination oder unbeabsichtigte Einträge. Herkunft, Bio-Kennzeichnung, Zustand und Festigkeit der Knolle sind daher getrennte Einkaufskriterien.
Weitere Informationen: Verbraucherzentrale Niedersachsen zur Herkunft von Knoblauch. Für die Küchenpraxis ergänzt der Ratgeber Knoblauch schneiden oder pressen? die Unterschiede bei Aroma und Zubereitung.
