Echter Lavendel duftet intensiv, würzt Süßes und Herzhaftes und wurde zur Arzneipflanze des Jahres 2020 gewählt. Küche und Arzneimittel sollten dabei klar unterschieden werden.

Der interdisziplinäre Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde kürte den Echten Lavendel (Lavandula angustifolia) zur Arzneipflanze des Jahres 2020. Die Auszeichnung ist historisch; sie bedeutet nicht, dass Küchenlavendel Krankheiten behandeln kann.
Botanik und Herkunft
Echter Lavendel gehört zu den Lippenblütlern. Der aromatische Halbstrauch trägt schmale, graugrüne Blätter und violette Blüten. Seine natürliche Heimat liegt im Mittelmeerraum, besonders bekannt sind die Lavendelfelder der französischen Provence.
Der Name wird häufig vom lateinischen „lavare“ für „waschen“ abgeleitet. Lavendel wurde traditionell für Bäder, Duftwasser und Duftsäckchen verwendet.
Lavendel als Arzneipflanze
Die Europäische Arzneimittel-Agentur bewertet bestimmte Arzneimittel mit Lavendelöl auf Grundlage ihrer langjährigen traditionellen Anwendung zur Linderung leichter Stress- und Erschöpfungssymptome sowie als Einschlafhilfe. Die EMA weist zugleich darauf hin, dass die vorliegenden klinischen Studien nicht ausreichen, um eine Wirkung sicher zu belegen. Solche Arzneimittel sind nicht mit Lavendelblüten als Küchengewürz gleichzusetzen. Maßgeblich sind Packungsbeilage sowie ärztlicher oder pharmazeutischer Rat.
Lavendel in der Küche
Echter Lavendel schmeckt würzig-herb, leicht bitter und erinnert an Rosmarin. Sparsam dosiert passt er zu gegrilltem Gemüse, Käse, Salaten, Suppen, Gebäck, Desserts und Fruchtzubereitungen. Je nach Mischung kann Lavendel Bestandteil von „Kräutern der Provence“ sein, ist aber nicht zwingend enthalten.
Verwendet werden frische oder getrocknete Blüten und in kleinen Mengen auch junge Blätter. Nur Lavendel verwenden, der ausdrücklich als Lebensmittel angeboten wird oder nachweislich unbehandelt aus dem eigenen Garten stammt. Ware aus Blumenhandel oder Zierpflanzenbau kann mit Pflanzenschutzmitteln behandelt sein und ist nicht automatisch zum Verzehr geeignet.
Getrocknete Blüten bleiben luftdicht, trocken, kühl und dunkel gelagert mehrere Monate aromatisch. Allgemeine Hinweise gibt Kleine Kräuterkunde: Frischetipps zur Saison. Wer weitere frische Topfkräuter pflegen möchte, findet praktische Hinweise unter Basilikum: Schneiden statt zupfen.
Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026
Quellen: Bundeszentrum für Ernährung (BZfE), Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) / food-monitor
Rezept: Lavendel-Honig-Panna-cotta

Zutaten für 4 Portionen
- 4 Blatt Gelatine
- 400 ml Schlagsahne
- 100 ml Vollmilch
- 50 g flüssiger Honig
- 1 TL getrocknete, ausdrücklich als Lebensmittel geeignete Lavendelblüten
- 100 g Heidelbeeren
- 2 EL flüssiger Honig zum Servieren
- wenige essbare Lavendelblüten zum Garnieren
Zubereitung
- Gelatine nach Packungsanleitung in kaltem Wasser einweichen.
- Sahne, Milch, 50 g Honig und 1 TL Lavendelblüten unter Rühren erhitzen, bis die Mischung dampft, aber nicht sprudelnd kocht. Vom Herd nehmen, zugedeckt 8 Minuten ziehen lassen und durch ein feines Sieb gießen.
- Gelatine ausdrücken und in der heißen Sahnemischung vollständig auflösen. Auf vier saubere Dessertgläser verteilen, kurz abkühlen lassen und anschließend in den Kühlschrank stellen.
- Mindestens 4 Stunden, besser über Nacht, durchkühlen und fest werden lassen.
- Heidelbeeren gründlich waschen. Vor dem Servieren auf der Panna cotta verteilen, mit wenig Honig beträufeln und sehr sparsam mit essbaren Lavendelblüten garnieren.
Servier- und Sicherheitshinweis
Gut gekühlt servieren und die Kühlkette nicht länger als nötig unterbrechen. Sahne und Milch enthalten Milchbestandteile. Honig ist für Kinder unter zwölf Monaten nicht geeignet. Nur Lavendelblüten in Lebensmittelqualität verwenden. Reste abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von zwei Tagen verbrauchen.
Rezept: food-monitor / KI
