Seegurken: wichtige Bodenbewohner und begehrte Meeresdelikatesse

Seegurken sind keine Pflanzen, sondern wirbellose Stachelhäuter und damit Verwandte von Seesternen und Seeigeln. Sie leben auf und im Meeresboden – von flachen Tropenriffen bis in die Tiefsee. Weltweit sind weit über 1.000 Arten bekannt; mehrere Dutzend werden kommerziell genutzt.
Welche Rolle spielen Seegurken im Ökosystem?
Viele Arten nehmen Sediment und organisches Material auf. Dabei zerkleinern und durchmischen sie den Meeresboden und führen Nährstoffe wieder dem Ökosystem zu. Fachleute sprechen von Bioturbation. Seegurken können dadurch lokal Sedimentqualität und Nährstoffkreisläufe beeinflussen. Die pauschale Aussage, sie seien eine „Barriere gegen die Versauerung der Meere“, geht jedoch zu weit: Die Effekte hängen von Art, Lebensraum und Bestandsdichte ab, und Seegurken selbst können unter der Ozeanversauerung leiden.
Delikatesse – aber kein belegtes Wundermittel
Vor allem in Ost- und Südostasien werden Seegurken als Bêche-de-mer, Trepang oder Hai Sam geschätzt. Je nach Art werden sie gekocht, getrocknet und vor der Zubereitung wieder eingeweicht. Der Begriff „Superfood“ ist weder geschützt noch ein wissenschaftlicher Gesundheitsnachweis. Aus Eiweiß oder einzelnen Inhaltsstoffen lassen sich keine vorbeugenden oder heilenden Wirkungen ableiten.
Überfischung und internationaler Handel
Seegurken sind leicht zu fangen und viele Arten wachsen langsam oder vermehren sich nur bei ausreichender Bestandsdichte. Die FAO warnt deshalb seit Jahren vor Überfischung und lokalen Bestandszusammenbrüchen. Besonders hohe Preise begünstigen zudem illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei.
Drei stark gehandelte „Teatfish“-Arten – Holothuria fuscogilva, H. nobilis und H. whitmaei – wurden 2019 in Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES aufgenommen. Der Handel ist damit nicht generell verboten, muss aber kontrolliert und genehmigt werden.
Was sagt das MSC-Siegel aus?
Die westaustralische Seegurkenfischerei wurde im Dezember 2019 als erste Seegurkenfischerei nach dem MSC-Standard zertifiziert. Laut aktueller MSC-Datenbank ist das Zertifikat derzeit gültig und läuft bis 8. Juni 2030. Zertifiziert sind konkret definierte Fang-Einheiten für Sandfish (Holothuria scabra) und Deep-water redfish (Actinopyga echinites), die per Hand durch Tauchen oder Waten geerntet werden.
Ein MSC-Siegel bewertet eine bestimmte Fischerei, nicht pauschal alle Seegurkenarten oder jedes Produkt. Beim Kauf deshalb auf Artname, Herkunft, Rückverfolgbarkeit und die konkrete Zertifizierungsangabe achten. Weitere Hinweise zur Einordnung von Fischsiegeln bietet der Beitrag nachhaltigem Fisch in der Weihnachtsküche.
Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 12. August 2026
Quelle: Marine Stewardship Council; FAO; CITES / food-monitor
Rezept: Seegurken-Gemüse-Pfanne mit Ingwer
Zutaten für 4 Portionen
- 300 g verzehrfertig vorbereitete Seegurke aus dem Lebensmittelhandel
- 1 rote Paprika
- 2 Möhren
- 150 g Pak Choi
- 1 Knoblauchzehe
- 15 g Ingwer
- 2 EL Rapsöl
- 2 EL natriumreduzierte Sojasauce
- 1 TL Reisessig
Zubereitung
- Seegurke ausschließlich nach Packungsanleitung wässern beziehungsweise vorbereiten und vollständig garen.
- Gemüse waschen, putzen und schneiden. Knoblauch und Ingwer fein hacken.
- Öl erhitzen, Möhren und Paprika anbraten, anschließend Pak Choi, Knoblauch und Ingwer zugeben.
- Seegurke untermischen, alles gründlich durcherhitzen und mit Sojasauce und Reisessig abschmecken.
Hinweis: Nur eindeutig als Lebensmittel angebotene Ware aus nachvollziehbarer Herkunft verwenden. Sojasauce enthält Soja und meist glutenhaltiges Getreide.
Rezept: food-monitor / KI
