England führt ab April 2027 ein Verkaufsverbot für hochkoffeinhaltige Energydrinks an Kinder unter 16 Jahren ein. Die Regelung gilt nicht automatisch im gesamten Vereinigten Königreich – und in Deutschland besteht weiterhin keine bundesweite gesetzliche Altersgrenze.
Die britische Regierung bestätigte die Entscheidung am 16. Juli 2026 nach einer öffentlichen Konsultation. Erfasst werden Getränke mit mehr als 150 Milligramm Koffein pro Liter; Tee und Kaffee sind ausgenommen. Das Verbot soll für Geschäfte, Gastronomie, Onlinehandel und Automaten in England gelten.
Was foodwatch für Deutschland fordert
Die Verbraucherorganisation foodwatch begrüßte bereits die Ankündigung des englischen Vorhabens und forderte auch für Deutschland eine gesetzliche Altersgrenze. Diese Aussage ist eine politische Position der Organisation. Im März 2026 lehnte der Bundestag einen Antrag für eine Grenze von mindestens 16 Jahren ab. Damit war die Debatte nicht beendet, eine bundesweite Verkaufsbeschränkung entstand daraus jedoch nicht.
Wie viel Koffein ist enthalten?
Viele Energydrinks enthalten etwa 32 Milligramm Koffein pro 100 Milliliter. Eine 250-Milliliter-Dose liefert dann rund 80 Milligramm, eine 500-Milliliter-Dose etwa 160 Milligramm. Zusätzliches Koffein aus Cola, Kaffee, Tee, Schokolade oder Nahrungsergänzungsmitteln muss mitgerechnet werden.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit nennt für gesunde Kinder und Jugendliche 3 Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht als gesundheitlich unbedenkliche Menge – sowohl als Einzeldosis als auch über den Tag. Bei 40 Kilogramm Körpergewicht entspricht das 120 Milligramm aus allen Quellen.
Energydrinks und gesundheitliche Risiken: Der Hintergrundbeitrag erläutert Koffeinmenge, Zucker und typische Risikosituationen.
Risiko hängt von Menge und Situation ab
Das Bundesinstitut für Risikobewertung stellte 2026 fest: Bei akut hoher Koffeinaufnahme oberhalb des Richtwerts steigt die Wahrscheinlichkeit für Herzrasen, Übelkeit oder Angstzustände. Für einen chronisch moderaten Konsum bei Kindern und Jugendlichen ist die Datenlage dagegen schwach. Pauschale Aussagen, jeder Energydrink führe zu schweren Herzrhythmusstörungen, gehen über die Evidenz hinaus.
Besonders problematisch sind große Mengen in kurzer Zeit, weitere Koffeinquellen, Schlafmangel und die Kombination mit Alkohol. Zuckerhaltige Varianten liefern zudem viel freien Zucker. Auf Produkten mit mehr als 150 Milligramm Koffein pro Liter muss in der EU der Hinweis stehen, dass sie für Kinder sowie schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen werden.
Die aktuelle englische Regelung und ihren Zeitplan dokumentiert die britische Regierung. Die gesundheitliche Bewertung bietet das Bundesinstitut für Risikobewertung.
Quelle: foodwatch Deutschland / food-monitor
Aktualisiert am 14. August 2026
