Zerstört die Mikrowelle Vitamine und Proteine?

Nein. Entscheidend für Nährstoffverluste sind vor allem Temperatur, Garzeit und die verwendete Wassermenge – nicht die Mikrowellenstrahlung an sich. Nach Angaben der US-amerikanischen Lebensmittelbehörde FDA verringert das Garen in der Mikrowelle den Nährwert nicht stärker als herkömmliches Garen. Wegen der kurzen Garzeit und des meist geringen Wasserbedarfs können sogar mehr Vitamine und Mineralstoffe erhalten bleiben.
Kurze Garzeit kann empfindliche Vitamine schonen
Hitzeempfindliche und wasserlösliche Vitamine leiden besonders unter langem Garen und viel Kochwasser. Gemüse wie Brokkoli oder Mangold kann deshalb in der Mikrowelle vergleichsweise nährstoffschonend gegart werden, wenn nur wenig Wasser verwendet und nicht länger als nötig erhitzt wird.
Proteine werden durch Wärme in ihrer Struktur verändert. Diese sogenannte Denaturierung findet auch beim Kochen, Braten oder Backen statt und bedeutet nicht, dass das Eiweiß seinen gesamten Nährwert verliert. Mineralstoffe sind hitzestabil; sie können jedoch in Kochwasser übergehen und beim Abgießen verloren gehen.
Gleichmäßiges Erhitzen ist für die Sicherheit entscheidend
Mikrowellen erwärmen Speisen nicht immer gleichmäßig. Kalte Stellen können bestehen bleiben, an denen Krankheitserreger überleben. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, Speisen zwischendurch umzurühren und an allen Stellen mindestens zwei Minuten lang auf 70 Grad Celsius zu erhitzen. Weitere praktische Hinweise bietet der Beitrag Unterschätztes Risiko: Keime in der Küche.
Auch rohes Geflügel lässt sich grundsätzlich in der Mikrowelle garen. Wegen möglicher kalter Stellen ist dabei jedoch besondere Sorgfalt nötig: abdecken, wenden oder umrühren, eine kurze Standzeit einhalten und die Kerntemperatur an mehreren Stellen kontrollieren.
Geeignetes Geschirr und ein intaktes Gerät verwenden
Verwendet werden sollte nur ausdrücklich mikrowellengeeignetes Geschirr. Ungeeignete Kunststoffbehälter können sich verformen; Metall kann Funken verursachen und das Gerät beschädigen. Lebensmittel mit geschlossener Haut oder Hülle – etwa Tomaten oder Würstchen – sollten vorher eingeschnitten werden. Stark fetthaltige Speisen und Öle dürfen nicht unbeaufsichtigt erhitzt werden.
Die Mikrowellenstrahlung wird bei einem intakten Gerät weitgehend im Garraum abgeschirmt. Ein Gerät mit beschädigter Tür, Dichtung oder Verriegelung sollte nicht weiter benutzt werden.
Aktualisiert am 14. August 2026
Quelle: BARMER / food-monitor
