Milchverzicht: Mit Jod angereicherte Pflanzendrinks wählen

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Milchprodukte sind in Deutschland eine wichtige Jodquelle

Jod wird für die Bildung von Schilddrüsenhormonen benötigt. Diese steuern unter anderem Stoffwechsel, Wachstum und Entwicklung. Milch und Milchprodukte tragen in Deutschland wesentlich zur Jodzufuhr bei, weil das Futter von Milchkühen mit Jod ergänzt werden kann.

Wer Milchprodukte langfristig teilweise oder vollständig ersetzt, verliert damit eine wichtige Jodquelle. Pflanzendrinks enthalten von Natur aus meist nur sehr wenig Jod. Auch ein Produkt mit Calcium oder Vitamin B12 ist nicht automatisch mit Jod angereichert.

In Zutatenliste und Nährwertangaben nach Jod suchen

Geeignet sind Pflanzendrinks und daraus hergestellte Alternativen, bei denen Jod ausdrücklich als Zutat oder Nährstoff genannt wird. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält für solche Ersatzprodukte eine Anreicherung bis 14 Mikrogramm Jod je 100 Milliliter beziehungsweise 100 Gramm für angemessen und gesundheitlich unbedenklich. Dieser Wert orientiert sich an der natürlichen Jodkonzentration von Milch und Milchprodukten.

Das ist ein Höchstmengenvorschlag des BfR und keine Garantie, dass jedes Produkt entsprechend angereichert ist. Viele Pflanzendrinks enthalten kein zugesetztes Jod. Ein Blick auf Zutatenliste und Nährwerttabelle bleibt deshalb notwendig.

Weitere Jodquellen einplanen

  • beim Kochen sparsam Jodsalz verwenden
  • bei Brot und verarbeiteten Lebensmitteln nach Möglichkeit Produkte mit Jodsalz wählen
  • ein- bis zweimal pro Woche Meeresfisch essen, wenn er zur Ernährungsweise gehört
  • bei veganer Ernährung die Jodversorgung besonders sorgfältig planen; der Beitrag „Jodversorgung bei veganer und vegetarischer Ernährung“ erklärt den Einsatz von Jodsalz und Supplementen

Für Jugendliche ab 13 Jahren und Erwachsene nennt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung einen Referenzwert von 150 Mikrogramm Jod pro Tag. Für Kinder, Schwangere und Stillende gelten andere Werte und teilweise konkrete Empfehlungen zur Supplementierung.

Algen sind keine verlässliche Dosierhilfe

Algenprodukte können sehr unterschiedliche und teilweise extrem hohe Jodgehalte aufweisen. Angaben wie „natürliche Jodquelle“ reichen zur sicheren Dosierung nicht aus. Produkte ohne klare Mengenangabe sollten nicht gezielt zur Bedarfsdeckung verwendet werden. Bei Schilddrüsenerkrankungen gehört eine Ergänzung in ärztliche Rücksprache.

Für Säuglinge sind gewöhnliche Pflanzendrinks kein Ersatz für Muttermilch oder geeignete Säuglingsnahrung. Auch bei Kleinkindern muss beim vollständigen Milchersatz neben Jod auf Energie, Eiweiß, Calcium sowie die Vitamine B2 und B12 geachtet werden.

Warum die Auswahl zunehmend wichtig ist:

Rückläufige Jodversorgung in Deutschland

Aktualisiert am 14. August 2026

Quelle: Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) / food-monitor