Ökobilanz von Lebensmitteln: SGE-Grafik richtig lesen

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Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE) vergleicht in einer Grafik die Umweltbelastung häufig konsumierter Lebensmittel. Die Darstellung bietet eine schnelle Orientierung, ersetzt aber keine vollständige Ökobilanz eines konkreten Produkts. Wie Herkunftsangaben die Wahrnehmung beeinflussen, untersucht eine Göttinger Studie zu heimischen und importierten Lebensmitteln. Für die praktische Beschaffung in Großküchen bietet die Studie BioRegioKantine ergänzende Empfehlungen.

SGE-Grafik zur Umweltbelastung verschiedener Lebensmittel pro Portion

Verglichen wird pro Portion

Die Grafik bezieht die Umweltwirkungen von der Produktion über Verarbeitung bis zum Vertrieb ein und stellt sie je Portion dar. Das erleichtert den Vergleich typischer Verzehrmengen. Das Ergebnis hängt jedoch von den angesetzten Portionsgrößen ab: Ein Vergleich pro Kilogramm, pro Kilokalorie oder pro Gramm Protein kann zu einer anderen Rangfolge führen.

Eine Produktgruppe ist nicht jedes Einzelprodukt

Anbauort, Saison, Ertrag, Tierhaltung, Fütterung, Verarbeitung, Verpackung, Kühlung und Transport können die Umweltwirkung verändern. Die Grafik zeigt daher Durchschnitts- oder Modellwerte, nicht die exakte Bilanz eines bestimmten Lebensmittels im Supermarkt.

Auch die Zubereitung und vermeidbare Lebensmittelabfälle spielen im Haushalt eine Rolle. Wer ein Produkt vollständig verbraucht, kann besser abschneiden als bei einer theoretisch günstigen Alternative, von der ein großer Teil weggeworfen wird.

Umweltwirkung und Nährwert getrennt betrachten

Ein geringer Umweltwert macht ein Lebensmittel nicht automatisch nährstoffreich; ein höherer Wert bedeutet nicht, dass es gesundheitlich grundsätzlich ungeeignet ist. Für eine nachhaltige Auswahl sollten Umweltwirkung, Nährstoffgehalt, Verzehrmenge, soziale Aspekte und persönliche Bedürfnisse gemeinsam betrachtet werden.

Eine überwiegend pflanzliche Ernährung mit Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchten und Nüssen schneidet in vielen Umweltvergleichen günstig ab. Wie das Reduzieren, Kombinieren oder Ersetzen tierischer Lebensmittel praktisch eingeordnet werden kann, erläutert „WBAE-Gutachten: Alternativprodukte und die 3-R-Strategie“.

Grafik als Einstieg nutzen

Sinnvoll ist die Darstellung vor allem für Größenordnungen und als Gesprächsanlass. Einzelne kleine Unterschiede sollten nicht überinterpretiert werden. Für konkrete Kaufentscheidungen bleiben saisonale Verfügbarkeit, Produktionsweise, Verpackung, Wegstrecke und die tatsächlich gegessene Menge wichtig.

Originalmaterial: SGE-Grafik „Ökobilanz der Lebensmittel“ und SGE-Hintergrundseite „Nachhaltig essen“.

Aktualisiert am 17. August 2026
Quelle: Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE) / food-monitor / KI