Anis und Sternanis duften ähnlich, stammen botanisch aber von völlig verschiedenen Pflanzen.

Echter Anis (Pimpinella anisum) ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler. Als Gewürz dienen die getrockneten Früchte, die umgangssprachlich meist Anissamen genannt werden. Ihr süßlich-würziges Aroma erinnert an Fenchel und Lakritz.
Sternanis (Illicium verum) stammt von einem immergrünen Baum aus Südostasien. Verwendet wird die getrocknete, sternförmige Sammelfrucht einschließlich ihrer Fruchtfächer. Das Aroma ähnelt Anis, ist jedoch kräftiger und sollte sparsam dosiert werden. Beide Gewürze enthalten Anethol als wichtigen Aromastoff, sind botanisch aber nicht miteinander verwandt.
Anis und Sternanis verfeinern Printen, Lebkuchen, Springerle, Kompott, Konfitüre und Pudding. Sternanis passt außerdem zu Schmorgerichten, Gewürzreis und Brühen. Er gehört häufig neben Sichuanpfeffer, Gewürznelken, Zimt und Fenchel zum 5-Gewürze-Pulver. In der kalten Jahreszeit aromatisiert er Tee, Glühwein und Früchtepunsch.
Anisfrüchte werden traditionell in pflanzlichen Arzneimitteln bei leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden sowie bei erkältungsbedingtem Husten eingesetzt. Die Europäische Arzneimittel-Agentur ordnet dies als traditionelle Anwendung ein; daraus lässt sich keine gesicherte Heilwirkung des Küchengewürzes ableiten. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden ist medizinischer Rat erforderlich.
Ganze Früchte behalten ihr Aroma meist länger als gemahlene Ware. Beide Gewürze trocken, luftdicht und vor Licht geschützt aufbewahren und erst kurz vor der Verwendung mahlen oder zerstoßen. Sternanis nur als gekennzeichnetes Lebensmittel aus seriöser Quelle kaufen: Der ähnlich aussehende Japanische Sternanis (Illicium anisatum) ist giftig und nicht für Lebensmittel geeignet. Dekorationsware oder selbst gesammelte, nicht sicher bestimmte Früchte deshalb nicht verwenden.
Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026
Quelle: Heike Kreutz, www.bzfe.de / food-monitor
Rezept: Apfel-Birnen-Kompott mit Anis und Sternanis

Zutaten für 4 Portionen
- 2 säuerliche Äpfel (etwa 350 g)
- 2 reife, feste Birnen (etwa 350 g)
- 1 EL Zitronensaft
- 150 ml Wasser
- 30 g Zucker
- 1 TL Anisfrüchte („Anissamen“)
- 1 Sternanis aus dem Lebensmittelhandel
- 200 g Naturjoghurt
Zubereitung
- Äpfel und Birnen unter fließendem Wasser gründlich waschen, schälen, vierteln und die Kerngehäuse entfernen. Das Fruchtfleisch in etwa 2 cm große Würfel schneiden und mit dem Zitronensaft mischen.
- Die Anisfrüchte im Mörser leicht zerstoßen. Wasser, Zucker, Anis und Sternanis in einem Topf aufkochen und 2 Minuten leise köcheln lassen.
- Die Apfelwürfel zugeben und zugedeckt bei mittlerer Hitze 5 Minuten garen. Anschließend die Birnenwürfel unterheben und weitere 5 bis 7 Minuten köcheln lassen, bis die Früchte weich sind, aber noch ihre Form behalten.
- Den Topf vom Herd nehmen und den ganzen Sternanis vollständig entfernen. Das Kompott 10 Minuten abkühlen lassen und bei Bedarf mit wenig Zitronensaft abschmecken.
- Das Kompott auf vier Schalen verteilen und jeweils mit einem Klecks Naturjoghurt servieren.
Hinweis zu Allergenen und Sicherheit: Naturjoghurt enthält Milch. Nur Sternanis verwenden, der ausdrücklich als Lebensmittel verkauft wird; Dekorationsware ist nicht zum Verzehr bestimmt. Den ganzen Stern vor dem Servieren entfernen. Reste rasch abkühlen lassen, abgedeckt kalt stellen und möglichst am Folgetag verzehren.
Serviervorschlag: Das Kompott schmeckt warm besonders aromatisch, kann aber auch vollständig abgekühlt als Dessert serviert werden.
Rezept: food-monitor / KI
