Anis und Sternanis duften ähnlich, stammen aber von botanisch völlig verschiedenen Pflanzen.

Für den ähnlichen Duft ist vor allem Anethol verantwortlich. Trotzdem unterscheiden sich Herkunft, Pflanzenfamilie, Form und Geschmacksintensität deutlich.
Anis: kleine Früchte eines Doldenblütlers
Echter Anis (Pimpinella anisum) ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler. Als Gewürz dienen die wenige Millimeter großen getrockneten Früchte, die im Alltag meist Anissamen heißen. Ihr Aroma ist süßlich, warm und fein würzig.
Anis würzt Brot, Kuchen, Printen, Pfeffernüsse, Kompott und Konfitüre. Ganze Früchte behalten ihr Aroma länger und werden am besten erst kurz vor der Verwendung im Mörser zerstoßen. Auch Spirituosen wie Ouzo, Raki oder Pastis verdanken Anethol ihren typischen Geschmack und die milchige Trübung beim Verdünnen mit Wasser.
Anisfrüchte werden traditionell in pflanzlichen Arzneimitteln bei leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden sowie bei erkältungsbedingtem Husten eingesetzt. Die Europäische Arzneimittel-Agentur ordnet dies als traditionelle Anwendung ein; daraus lässt sich keine gesicherte Heilwirkung des Küchengewürzes ableiten. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden ist medizinischer Rat erforderlich.
Sternanis: sternförmige Frucht eines Baumes
Sternanis (Illicium verum) wächst an einem immergrünen Baum in Südostasien. Die sternförmigen Sammelfrüchte werden vor der Vollreife geerntet und getrocknet. Ihr Aroma ist kräftiger, schwerer und oft etwas pfeffriger als das von Anis.
Sternanis passt zu Gebäck, Punsch, Tee, Kompott und Schmorgerichten. Außerdem ist er Bestandteil des chinesischen Fünf-Gewürze-Pulvers. Meist genügt ein kleiner Teil eines Sterns; ganze Stücke werden mitgegart und vor dem Servieren entfernt. Das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt wegen des intensiven Aromas eine sparsame Dosierung.
Sicherheit beim Einkauf
Für Lebensmittel ist echter Chinesischer Sternanis (Illicium verum) vorgesehen. Der ähnlich aussehende Japanische Sternanis (Illicium anisatum) ist giftig und nicht zum Verzehr geeignet. Deshalb nur eindeutig gekennzeichnete Gewürzware aus seriösem Handel verwenden und Dekorationsmaterial nicht mitkochen.
Einkauf und Lagerung
Anisfrüchte und Sternanis werden trocken, kühl, lichtgeschützt und gut verschlossen aufbewahrt. Ganze Gewürze bleiben meist länger aromatisch als gemahlene. Weitere warme Gewürznoten erklärt „Kardamom: Sorten, Aroma und Verwendung“. Zum cumarinhaltigen Zimt führt „Zimt ist nicht gleich Zimt: ein Duft, drei Komponenten“.
Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026
Rezept: Anis-Grießpudding mit Sternanis-Birnenkompott

Zutaten für 4 Portionen
- 750 ml Milch
- 80 g Weichweizengrieß
- 50 g Zucker
- 20 g Butter
- 1 TL ganze Anisfrüchte
- 3 feste Birnen
- 150 ml naturtrüber Apfelsaft
- 1 echter Sternanis aus dem Gewürzhandel
- 1 Bio-Zitrone
- 1 TL Speisestärke
Zubereitung
- Anisfrüchte im Mörser leicht zerstoßen. Mit der Milch langsam erhitzen und knapp unter dem Siedepunkt 10 Minuten ziehen lassen. Durch ein feines Sieb gießen.
- Birnen und Zitrone gründlich waschen. Birnen vierteln, entkernen und würfeln. Zitronenschale fein abreiben und 1 EL Saft auspressen.
- Birnen, Apfelsaft, 20 g Zucker, Zitronensaft und Sternanis aufkochen. Zugedeckt bei kleiner Hitze 8 bis 10 Minuten garen.
- Speisestärke mit 1 EL kaltem Wasser glatt rühren, in das Kompott geben und 1 Minute köcheln lassen. Den Sternanis vollständig entfernen.
- Anismilch mit den übrigen 30 g Zucker erneut aufkochen. Grieß unter Rühren einstreuen und bei kleiner Hitze 4 bis 5 Minuten quellen lassen. Butter und Zitronenabrieb einrühren.
- Grießpudding auf vier Schalen verteilen und das Birnenkompott daraufgeben. Warm oder gekühlt servieren.
Serviervorschlag: Sternanis nicht mitessen; er dient nur zum Aromatisieren.
Hinweis zu Allergenen und Lebensmittelsicherheit: Das Rezept enthält Milch und Gluten. Ausschließlich als Lebensmittel gekennzeichneten echten Sternanis verwenden und vor dem Servieren vollständig entfernen. Gekühlte Portionen rasch abkühlen lassen und im Kühlschrank aufbewahren.
Rezept: food-monitor / KI
Quellen: bzfe.de; ema.europa.eu / food-monitor
