Alkohol, Zucker, Salz oder rotes Fleisch: Der Verzicht auf bestimmte Genuss- und Lebensmittel wird häufig mit einem gesunden Lebensstil in Verbindung gebracht.
Doch worauf verzichten Menschen tatsächlich – und welche Einschränkungen können sie sich künftig vorstellen? Das zeigt eine neue internationale Studie des Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM), für die Menschen repräsentativ in Deutschland, Frankreich, Schweden, Japan und den USA befragt wurden. Demnach wird der Genuss von Alkohol bereits stark eingeschränkt, während das für rotes Fleisch, Zucker und Salz noch nicht in dem Maße gilt.
Grundsätzlich hat der Lebensgenuss dabei einen hohen Stellenwert. 53 Prozent der Deutschen geben an, im Hier und Jetzt leben, ihr Leben genießen und sich möglichst wenig einschränken zu wollen. Nur 22 Prozent beschreiben sich als sehr diszipliniert und bereit, für ein möglichst langes und gesundes Leben bewusst auf Dinge zu verzichten.
Bei einzelnen Genuss- und Lebensmitteln ist Verzicht dennoch weit verbreitet. So geben 57 Prozent der Deutschen an, bereits weitestgehend auf Alkohol zu verzichten – der höchste Anteil unter den fünf untersuchten Ländern. Weitere 24 Prozent verzichten bislang nicht weitestgehend auf Alkohol, können sich dies für die Zukunft aber vorstellen. Zum Vergleich: In Schweden verzichten lediglich 37 Prozent weitestgehend auf Alkohol und für weitere 28 Prozent ist ein Verzicht vorstellbar.
Bei Zucker und Salz ist der Verzicht bislang weniger verbreitet. Gut jede dritte Person in Deutschland gibt an, derzeit weitestgehend auf Zucker beziehungsweise Salz zu verzichten. Immerhin ein weiteres Drittel kann sich den Verzicht für die Zukunft vorstellen. Damit liegt Deutschland bei Zucker und Salz ungefähr auf dem Niveau von Frankreich, Japan und den USA. In Schweden verzichten aktuell nur 28 Prozent auf Zucker und nur 17 Prozent auf Salz.
Schwedens Sonderrolle als Land, in dem die Bevölkerung besonders zurückhaltend beim Verzicht bestimmter Lebensmittel zu sein scheint, zeigt sich auch beim Thema rotes Fleisch. Jede fünfte Person in Schweden schränkt ihren Konsum hier ein, für ganze 53 Prozent ist der Verzicht dieses Lebensmittels dagegen unvorstellbar. Stärker an rotem Fleisch halten nur die Japanerinnen und Japaner fest. Dort sagen lediglich 13 Prozent, sie würden ihren Konsum einschränken und sogar 68 Prozent geben an, der Verzicht auf rotes Fleisch sei für sie unvorstellbar. In Deutschland gibt dagegen jeder Dritte an, derzeit weitestgehend auf rotes Fleisch zu verzichten, weitere 28 Prozent können sich einen weitestgehenden Verzicht vorstellen. Damit ist der Anteil derjenigen, die bereits verzichten oder sich dies vorstellen können, unter den fünf untersuchten Ländern in Deutschland am höchsten.
Zur Studie
Für die Studie befragte das NIM vom 13. bis 19. Mai 2026 über NIQ eBUS International insgesamt 5.000 Personen im Alter von 18 bis 74 Jahren. Die Stichprobe ist jeweils repräsentativ für die Wohnbevölkerung dieser Altersgruppe in Deutschland, Frankreich, Schweden, Japan und den USA. Pro Land nahmen 1.000 Personen teil.
Über das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen e. V.
Das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) ist ein unabhängiges außeruniversitäres Wirtschaftsforschungsinstitut. Wir untersuchen das Konsumklima und den Konsum als gestaltende Kraft der Wirtschaft. Auf Basis wissenschaftlicher Exzellenz formulieren wir konkrete Empfehlungen, damit Politik und Gesellschaft bessere Entscheidungen treffen können. Wir finanzieren unsere Forschung aus eigenen Mitteln.
