Reife Äpfel, saftige Birnen und süße Pflaumen direkt vom Baum pflücken: In ganz Niedersachsen laden in den kommenden Wochen wieder zahlreiche Obstbäume zur kostenlosen Ernte ein.

Wo ein Gelbes Band hängt, dürfen die Früchte für den Eigenbedarf geerntet werden. Mit dem Ernteprojekt „Gelbes Band“ setzt das Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen (ZEHN) ein Zeichen für mehr Lebensmittelwertschätzung und ermöglicht die Ernte von heimischem Obst.
Oldenburg. Was vor einigen Jahren als Initiative gegen Lebensmittelverschwendung begann, hat sich zu einem etablierten Projekt in Niedersachsen entwickelt. Viele Kommunen sind bereits seit dem Startjahr 2020 dabei und zeigen an, dass Ernten erwünscht ist. Andere Städte und Landkreise machen nach einer Pause wieder mit. Gleichzeitig stellen immer mehr Privatpersonen ihre Obstbäume erstmals für die Allgemeinheit zur Verfügung.
Dadurch bieten sich auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Gelegenheiten, regionales Obst zu ernten. Das Angebot ist generations- und kulturübergreifend sowie für alle kostenfrei zugänglich. Davon profitieren insbesondere Menschen ohne eigenen Garten und Kinder, die direkt erfahren können, wo Früchte wachsen und wie vielfältig ihre Geschmacksrichtungen sind. Auch Personen, die auf moderne Apfelsorten allergisch reagieren, finden in Parks und privaten Gärten häufig alte Sorten. Diese werden laut der Charité Berlin oftmals besser vertragen und eröffnen somit weiteren Menschen die Möglichkeit, heimisches Obst zu genießen.
Das niedersächsische Projekt gehört bundesweit zu den größten seiner Art und gilt durch seine landesweite Koordination als Vorbild für ähnliche Initiativen.
Regionales Obst direkt vor der Haustür
Von der Nordseeküste bis in den Harz finden sich Bäume mit einem Gelbem Band. Welche Standorte in der Nähe liegen, zeigt die interaktive Karte unter www.zehn-niedersachsen.de/standortkarte. Dort können Interessierte unkompliziert Orte, Obstarten und Erntezeiträume entdecken.
„Hinter jedem Gelben Band steckt eine Einladung, regionales Obst zu entdecken und zu genießen“, sagt Charlotte Schneider, Fachreferentin im ZEHN. „Wer pflückt, erlebt unmittelbar, wo Lebensmittel herkommen, und hilft gleichzeitig dabei, Lebensmittelverluste zu reduzieren.“ Menschen aus der Region erhalten die Gelegenheit, frisches und saisonales Obst direkt dort zu genießen, wo es gewachsen ist.
Rücksichtsvoll ernten
Damit die Aktion für alle Beteiligten erfolgreich bleibt, bittet das ZEHN um einen respektvollen Umgang mit Natur und Eigentum. „Wer Obst ernten möchte, sollte sich an ein paar einfache Regeln halten“, erklärt Charlotte Schneider. „Gehen Sie sorgsam mit fremdem Eigentum und der Natur um. Dann macht es allen auch zukünftig Spaß. Das Klettern auf Bäume ist aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt.“
Das offizielle Gelbe Band des ZEHN besteht aus Papier und hängt zusammen mit einem Informationsblatt an den Standorten aus. So ist eindeutig erkennbar, dass die Ernte ausdrücklich erlaubt ist. Wer pflückt, sollte ausschließlich die gekennzeichneten Bäume nutzen, das gilt vor allem für private Grundstücke. Zudem ist das Ernten nur für den Eigenbedarf gestattet.
Jetzt die Augen offenhalten
Ob beim Spaziergang, auf dem Weg zur Arbeit oder bei der Fahrradtour am Wochenende: Wer in den kommenden Wochen ein Gelbes Band entdeckt, darf zugreifen. Das ZEHN lädt alle Bürger*innen ein, die Vielfalt heimischer Obstsorten zu entdecken und das Angebot zu nutzen.
Privatpersonen, Vereine oder Betriebe, die die eigene überschüssige Ernte teilen möchten, können ihre Obstbäume weiterhin unter www.zehn-niedersachsen.de/gelbesband kostenlos registrieren. Die jährliche Anmeldung ist wichtig, um die Standorte aktuell zu halten und die positive Resonanz auf das Projekt sichtbar zu machen. Auf diese Weise finden noch mehr Menschen den Weg zu regionalem Obst direkt vor ihrer Haustür.
Hintergrund: Das Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen (ZEHN) mit Sitz in Oldenburg setzt sich neben den Themenbereichen Ernährung, Hauswirtschaft und Alltagskompetenzen für die Wertschätzung von Lebensmitteln ein. Das Ernteprojekt „Gelbes Band“ initiiert das ZEHN in diesem Jahr zum siebten Mal in Niedersachsen.
