Adipositas und Rheuma: Entzündliche Veränderungen des Immunsystems können sich zurückbilden

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Bei Adipositas treten vermehrt entzündungsaktive Immunzellen auf, die auch bei rheumatoider Arthritis eine Rolle spielen.

Nach einer bariatrischen Operation und starkem Gewichtsverlust bildeten sich die untersuchten Veränderungen weitgehend zurück. Das spricht für einen veränderbaren Entzündungsprozess.

Im Mittelpunkt stehen intermediäre Monozyten, eine Untergruppe weißer Blutkörperchen. Diese Zellen können die Bildung von Th17-Zellen fördern, die an Gelenkentzündung und Knochenabbau beteiligt sind. Untersuchungen mit adipösen und normalgewichtigen Personen zeigten, dass sich die Zusammensetzung der Monozyten bei Adipositas zugunsten dieser entzündungsaktiven Untergruppe verschiebt.

In einer weiteren Untersuchung wurden 111 Patientinnen und Patienten zwölf Monate nach einer bariatrischen Operation begleitet. Bei einem mittleren Gewichtsverlust von rund 45 Kilogramm normalisierte sich die erhöhte Monozytenzahl weitgehend. Auch der Entzündungsmarker CD16, allgemeine Entzündungswerte, Langzeitblutzucker und Blutfette gingen zurück.

Die Ergebnisse belegen nicht, dass Adipositas zwangsläufig Rheuma verursacht. Sie zeigen jedoch eine mögliche gemeinsame immunologische Verbindung. Offen ist unter anderem, wie viel Gewichtsverlust für eine Normalisierung notwendig ist und ob neue Medikamente zur Gewichtsreduktion vergleichbare Effekte auf diese Immunprozesse haben.

Die Rolle von Körperfett und Entzündungsprozessen bei einer anderen Erkrankungsfrage behandelt der DKFZ-Beitrag zu Übergewicht und Krebsrisiko. Die dortige Beobachtungsstudie ist kein Nachweis, dass die hier beschriebenen Veränderungen nach einer Operation das Krebsrisiko senken.

Originalpublikation im International Journal of Obesity

Quelle: deutschesgesundheitsportal.de