Bevölkerungsbefragung zeigt Unsicherheiten.
Verschimmelte Lebensmittel gehören in vielen Fällen vollständig in den Abfall. Eine BfR-Befragung aus dem Frühjahr 2026 zeigt jedoch, dass Risiken und sichere Handlungsempfehlungen nicht allen Menschen bekannt sind.
80 Prozent der Befragten gaben an, verschimmelte Lebensmittel sofort zu entsorgen und nicht offen liegen zu lassen. Bei Joghurt, Fleisch, Müsli oder Brot würden mindestens 90 Prozent das gesamte Produkt wegwerfen. Bei frischem Obst und Gemüse tendiert dagegen fast ein Drittel dazu, nur die sichtbar befallenen Stellen zu entfernen.
Schimmel kann sich unsichtbar ausbreiten
Schimmelpilze können gesundheitsschädliche Stoffe bilden, sogenannte Mykotoxine. In weichen und wasserreichen Lebensmitteln kann sich der Pilz über die sichtbar befallene Stelle hinaus ausbreiten. Das bloße Wegschneiden reicht deshalb häufig nicht aus. Ein Alltagsbeispiel mit Hinweisen zur Aufbewahrung und zum Umgang mit verschimmeltem Brot bietet der Beitrag Wie Brot im Sommer länger frisch bleibt.
Je nach Art und aufgenommener Menge können Mykotoxine akute Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen. Bei langfristiger oder hoher Belastung sind auch Schäden an Leber und Nieren sowie ein erhöhtes Krebsrisiko möglich.
Mykotoxine werden durch Erhitzen nicht sicher beseitigt
Nur etwa der Hälfte der Befragten war bewusst, dass auch industriell verarbeitete Produkte aus Obst oder Gemüse und getrocknete Gewürze Schimmelpilzgifte enthalten können. Ebenfalls wenig bekannt ist, dass starkes Erhitzen Mykotoxine nicht zuverlässig unschädlich macht.
Mehr als 40 Prozent fühlten sich über gesundheitliche Risiken eher schlecht oder sehr schlecht informiert. Das BfR empfiehlt deshalb eine verstärkte Risikokommunikation mit eindeutigen Handlungsempfehlungen. Auch bei trockenen Lebensmitteln ist Aufmerksamkeit wichtig; so erläutert der Beitrag Walnüsse – Vorsicht bei Schimmelbefall den sicheren Umgang mit auffälligen Nüssen.
Autorin: Melanie Kirk-Mechtel, BZfE
Quelle: bzfe.de
