Im ÖKO-TEST von 20 abgepackten Roggenvollkornbroten wurden in vier Produkten aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewiesen. Elf Brote bewertete das Magazin als empfehlenswert.

Einordnung: Der Test erschien in der Ausgabe 2/2025. Die Ergebnisse beziehen sich auf die damals untersuchten Produkte und Chargen.
Ergebnisse des Produkttests
ÖKO-TEST ließ 20 geschnittene und abgepackte Roggenvollkornbrote untersuchen, darunter neun Bio-Produkte. Sechs Brote erhielten das Gesamturteil „sehr gut“. Vier Produkte fielen wegen nachgewiesener MOAH mit „ungenügend“ durch.
Bei drei Broten lag der vom Labor gemessene MOAH-Gehalt über 0,5 Milligramm je Kilogramm: Aerzener Roggenkraft Roggenvollkornbrot, Pema Fränkisch Roggen Vollkorn und Alnatura Roggen Vollkorn mit Bioland-Siegel. ÖKO-TEST orientierte sich dabei an der für fettarme Lebensmittel vereinbarten analytischen Bestimmungsgrenze.
Was MOAH und MOSH bedeuten
Mineralölkohlenwasserstoffe werden grob in gesättigte Verbindungen (MOSH) und aromatische Verbindungen (MOAH) eingeteilt. MOSH können sich im Körper anreichern; nach der EFSA-Bewertung von 2023 gibt die gegenwärtige Aufnahme über Lebensmittel nach damaligem Kenntnisstand jedoch keinen Anlass zu gesundheitlicher Besorgnis.
Bei MOAH ist die Zusammensetzung entscheidend. Verbindungen mit drei oder mehr aromatischen Ringen können erbgutverändernd und krebserzeugend wirken. Da Laborbefunde meist eine Stoffgruppe und nicht jede einzelne Verbindung bestimmen, lässt sich aus einem MOAH-Nachweis allein nicht ableiten, welche konkreten Stoffe enthalten sind. Einträge können unter anderem aus Rohstoffen, Verarbeitungshilfen, Schmierstoffen oder Verpackungen stammen.
Kein damaliger gesetzlicher Grenzwert
Die im Test herangezogene Schwelle von 0,5 Milligramm je Kilogramm war 2025 kein gesetzlicher Höchstgehalt. Sie beruhte auf einer zwischen den EU-Mitgliedstaaten abgestimmten Vorgehensweise für die Kontrolle von MOAH in fettarmen Lebensmitteln. Das BfR empfiehlt, Einträge insbesondere von MOAH mit drei oder mehr aromatischen Ringen so weit wie möglich zu minimieren.
Pestizidrückstände
Nach Angaben von ÖKO-TEST waren die untersuchten Bio-Brote frei von den im Test beanstandeten Pestizidrückständen. In fast allen konventionellen Produkten fand das Labor mehrere Rückstände. Mehrfachnachweise bedeuten nicht automatisch eine Überschreitung gesetzlicher Rückstandshöchstgehalte; sie flossen nach den eigenen Bewertungskriterien des Magazins dennoch in die Note ein.
Quellen
Redaktionell und fachlich aktualisiert: September 2026.
