Studentenfutter im Test: Bis zu neun Pestizide in einem Produkt

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ÖKO-TEST untersuchte Anfang 2026 insgesamt 29 Studentenfutter. Etwa die Hälfte erhielt „gut“ oder „sehr gut“, sechs Produkte fielen nach den Kriterien des Magazins mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch.

Mischung aus Nüssen und Trockenfrüchten als Studentenfutter
Foto: Freepik

Ergebnisse des Tests

Nach Angaben von ÖKO-TEST waren fast alle Bio-Produkte und vier konventionelle Mischungen empfehlenswert. Das Labor fand in vielen konventionellen Produkten mehrere Pflanzenschutzmittelwirkstoffe. Im getesteten Ültje Studentenfutter Original wurden neun verschiedene Rückstände nachgewiesen. Drei Produkte enthielten MOSH in Mengen, die das Magazin als „erhöht“ oder „stark erhöht“ bewertete. Im Morgenland Bio Kernigen Studentenfutter wurde außerdem eine MOAH-Fraktion beanstandet.

Pestizid-Mehrfachbefunde richtig einordnen

Mehrere Rückstände in einem Lebensmittel bedeuten nicht automatisch eine Überschreitung gesetzlicher Rückstandshöchstgehalte. Auch der Begriff PFAS-Pestizide bezeichnet eine breite Stoffgruppe und erlaubt ohne Kenntnis von Wirkstoff, Menge und Exposition keine pauschale Gesundheitsbewertung. Entscheidend sind die einzelnen Konzentrationen, Verzehrmengen und mögliche gemeinsame Wirkmechanismen.

Ein Zusammenhang zwischen den in diesem Produkttest gemessenen Spuren und Parkinson ist nicht belegt. Forschung zu beruflicher oder längerfristiger Pestizidexposition lässt sich nicht unmittelbar auf den gelegentlichen Verzehr eines konkreten Studentenfutters übertragen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit bewertet kombinierte Expositionen weiter; das aktuelle EU-Monitoring schätzt das Ernährungsrisiko für die meisten untersuchten Bevölkerungsgruppen und Stoffe als niedrig ein.

MOSH und MOAH unterscheiden

MOSH können sich im Körper anreichern. Nach der 2023 aktualisierten EFSA-Bewertung gibt die gegenwärtige Aufnahme über Lebensmittel jedoch keinen Anlass zu gesundheitlicher Besorgnis, auch wenn zu Langzeitwirkungen Datenlücken bestehen. Bestimmte MOAH-Fraktionen können genotoxische und krebserzeugende Verbindungen enthalten und sollen daher möglichst nicht in Lebensmitteln vorkommen.

ÖKO-TEST verglich den MOAH-Befund des Morgenland-Produkts mit dem damals von der EU-Kommission vorgeschlagenen Orientierungswert. Im September 2026 befanden sich verbindliche europäische MOAH-Höchstgehalte noch im Rechtsetzungsverfahren. Die Testnote ist deshalb von einer abschließenden behördlichen Rechtsbewertung zu unterscheiden.

Nüsse und Trockenfrüchte bleiben energiereich

Studentenfutter liefert unter anderem ungesättigte Fettsäuren, Eiweiß und Ballaststoffe. Durch Nüsse und getrocknete Früchte ist es zugleich energiereich; Trockenfrüchte enthalten von Natur aus konzentrierten Zucker. Eine angemessene Portion und eine abwechslungsreiche Ernährung sind aussagekräftiger als die pauschale Einordnung als „gesund“ oder „ungesund“.

Grenzen des Produkttests

Die Ergebnisse beziehen sich auf die Anfang 2026 untersuchten Produkte und Chargen. Rezepturen und Rohstoffquellen können sich ändern. Die Noten bilden die Bewertungskriterien von ÖKO-TEST ab und sind keine amtliche Sicherheitsbewertung.

Quellen

Ergänzend vergleicht food-monitor naturbelassene Nüsse im Test 2026.

Produkttest von 2026 / fachlich eingeordnet und aktualisiert am 6. September 2026 / food-monitor / KI

Quelle: oekotest.de