VerbraucherService Bayern klärt auf.
Kollagen ist das am häufigsten vorkommende Eiweiß in unserem Körper. Es ist zentraler Bestandteil von Haut, Knochen, Knorpel, Sehnen und Gelenken und sorgt für Stabilität und Elastizität. Wie alle Eiweiße besteht auch Kollagen aus verschiedenen Aminosäuren, darunter Glycin, Prolin und Hydroxyprolin. Um ausreichend körpereigenes Kollagen aufzubauen, benötigt unser Körper genügend Protein über die Ernährung. Die Einnahme von Kollagenpräparaten ist daher unnötig, so der VerbraucherService Bayern im KDFB e. V. (VSB).
Kollagenpräparate gehören seit Jahren zu den beliebtesten Nahrungsergänzungsmitteln. Es wird damit geworben, dass die Haut gestrafft, die Falten reduziert und Gelenke gestärkt werden. „Übersichtsstudien zeigen jedoch keine sichtbare Wirkung auf Haut oder Haare. Viele Untersuchungen sind zudem herstellerfinanziert und mit kleinen Teilnehmerzahlen durchgeführt und damit wenig aussagekräftig“, erklärt Uta Toellner, Ernährungsreferentin beim VSB.
Kollagen ist im Handel als Nahrungsergänzungsmittel meist in Form von Pulver, Kapseln oder Trinkampullen erhältlich. Dabei handelt es sich meist um Kollagenhydrolysat. „Dieses wird aus Schlachtabfällen von Schweinen und Rindern oder auch aus Fischabfällen gewonnen“, erklärt Toellner. Trotzdem sind die Produkte teuer: Sie kosten zwischen 20 und 120 Euro im Monat.
Mit zunehmendem Alter sinkt die Produktion von körpereigenen Eiweißen, wie dem Kollagen. Um dem entgegenzuwirken, wird älteren Menschen eine erhöhte Proteinzufuhr von einem Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen vor. Neben der entsprechenden Ernährung sind Maßnahmen wie Bewegung und Krafttraining wichtig, um Muskeln, Knochen und Sehnen zu erhalten. „Ausreichend Trinken, guter Schlaf, nicht rauchen und UV-Schutz können weitere positive Effekte auf die Haut haben“, so die Expertin.
Weiterführende Informationen finden Sie in unserem VSB-Tipp: https://www.verbraucherservice-bayern.de/themen/ernaehrung/kollagen-anti-aging-mittel-fuer-gelenke-haut-und-haare
