Kinderarbeit vermeiden: Tipps für bewussteren Einkauf

Siegel und fair gehandelte Produkte können helfen, Risiken ausbeuterischer Kinderarbeit in Lieferketten zu verringern. Eine Garantie für jede einzelne Produktionsstufe sind sie jedoch nicht.

Nach den globalen Schätzungen von ILO und UNICEF waren 2024 rund 138 Millionen Kinder von Kinderarbeit betroffen; etwa 54 Millionen von ihnen verrichteten gefährliche Arbeit. Nicht jede Mithilfe von Kindern gilt dabei als Kinderarbeit. Gemeint ist Arbeit, die zu früh beginnt, Bildung behindert oder Gesundheit, Sicherheit und Entwicklung gefährdet.

Besonders häufig tritt Kinderarbeit in der Landwirtschaft auf. Damit können auch Lieferketten von Kakao, Kaffee, Tee, Gewürzen, Nüssen oder Früchten betroffen sein. Daneben nennt Terre des Hommes unter anderem Textilien, Natursteine, Elektronik und Kosmetik.

Worauf Verbraucherinnen und Verbraucher achten können

  • Bei risikobehafteten Rohstoffen nach nachvollziehbaren Fair-Handels- und Sozialsiegeln suchen.
  • Prüfen, welche Kriterien ein Siegel abdeckt, wie Kontrollen organisiert sind und ob Ergebnisse veröffentlicht werden.
  • Unternehmen bevorzugen, die Herkunft, Zulieferer, Risiken und Gegenmaßnahmen transparent darstellen.
  • Bei auffällig niedrigen Preisen, unklarer Herkunft oder reinen Werbeaussagen genauer hinsehen.
  • Weniger, bewusster und länger nutzbare Produkte kaufen, soweit dies zur Produktgruppe passt.

Die Broschüre von Terre des Hommes bietet dafür eine Orientierung nach Produktgruppen. Siegel können Standards und Kontrollen verbessern, erreichen aber nicht automatisch jeden Betrieb und beseitigen die Ursachen von Kinderarbeit nicht allein.

Verantwortung liegt nicht nur beim Einkauf

Armut, fehlende soziale Sicherung, mangelnder Zugang zu Schule, niedrige Einkommen der Erwachsenen und schwache staatliche Kontrolle gehören zu den zentralen Ursachen. ILO und UNICEF fordern deshalb unter anderem soziale Sicherung, gute Bildung, menschenwürdige Arbeit für Erwachsene, wirksame Gesetze und unternehmerische Verantwortung entlang der Lieferkette.

Wie Klima-, Preis- und Einkommensrisiken im Kakaoanbau zusammenwirken, zeigt Kakaoanbau in der Krise, kletternde Schokoladenpreise im Advent. Die Chocolate Scorecard 2026 vergleicht Transparenz und Nachhaltigkeitsangaben der Kakao- und Schokoladenbranche. Einen entsprechenden Prüfstand für einen weiteren Risikorohstoff bietet der WWF Palmöl-Check 2024.

Broschüre „Konsum ohne Kinderarbeit – Tipps für den fairen Einkauf“ (PDF)

Weiterführende Originalinformationen: Konsum ohne Kinderarbeit bei Terre des Hommes; Meldung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und UNICEF zur weltweiten Kinderarbeit.

Aktualisiert am 17. August 2026. Bearbeitung: food-monitor / KI.

Quelle: tdh.de

Quelle: ilo.org