Konsumklima hellt sich im August 2026 auf

Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland verbessert sich in diesem Monat. Das Konsumklima steigt nach den Erwartungen der Verbraucher für September um 2,8 Punkte und liegt nun bei -26,6 Punkten (Vormonat revidiert: -29,4 Punkte).

Der spürbare Anstieg ist neben der leicht gesunkenen Sparneigung vor allem auf die deutlich gestiegenen Einkommenserwartungen zurückzuführen. Die Konjunkturaussichten entwickeln sich ebenfalls in diesem Monat etwas positiver, während die Anschaffungsneigung nahezu unverändert bleibt. Dies zeigen die aktuellen Ergebnisse des NIM Konsumklimas powered by GfK.

Konjunkturerwartungen setzen Erholung fort

Die Konjunkturerwartungen der Verbraucher hellen sich weiter auf. Der Indikator steigt leicht um 2,4 Zähler auf aktuell -3,9 Punkte. Dies ist bereits der vierte Anstieg in Folge.

„Zwar liegen die Konjunkturaussichten im Spätsommer noch mehr als sechs Zähler unter dem entsprechenden Vorjahresniveau, dennoch zeigt sich mit dem vierten Anstieg in Folge ein leichter Aufwärtstrend“, erklärt Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM. „So sind auch die Signale aus der Wirtschaft tendenziell positiv. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) hat sich im zweiten Quartal dieses Jahres mit +0,3% besser entwickelt als erwartet. Die Stimmung in der Wirtschaft ist ebenfalls leicht verbessert: der Ifo-Index stieg zwischen Mai und Juli drei Mal in Folge und auch der Einkaufsmanagerindex signalisiert momentan eine leichte Expansion.“

Einkommenserwartungen legen deutlich zu

Im Schlepptau steigender Konjunkturaussichten setzen die Einkommenserwartungen, nach der kurzen Verschnaufpause im vergangenen Monat, ihre Erholung im Spätsommer fort. Der Indikator klettert um 16,2 Zähler und weist nun 1,7 Punkte auf. Dies ist der höchste Wert seit einem halben Jahr. Im Februar 2026 wurden 6,3 Punkte gemessen.

Anschaffungsneigung verharrt weiter im Keller 

Dagegen kann die Anschaffungsneigung nicht vom Anstieg der Einkommensaussichten profitieren. Der Indikator bleibt mit -9,8 Punkten gegenüber dem Vormonat nahezu unverändert. Die Konsumneigung bewegt sich nunmehr seit etwa vier Jahren auf einem Tief um die -10-Punkte-Marke und scheint damit wie festgefroren.

Sparneigung mit geringen Einbußen

Während die Anschaffungsneigung weiter auf einem sehr niedrigen Niveau verharrt, hält die Sparneigung auch im Spätsommer 2026 ihr ausgesprochen hohes Niveau. Der Sparindikator sinkt geringfügig um 1,5 Zähler und weist aktuell 15,5 Punkte auf. Damit liegt die Sparneigung in etwa auf Vorjahresniveau.

Voraussichtliche Veröffentlichungstermine in Q3/Q342026 (CET):

  • Freitag, 25. September 2026, 8.00 Uhr
  • Mittwoch, 28. Oktober 2026, 8.00 Uhr
  • Donnerstag, 26. November 2026, 8.00 Uhr
  • Freitag, 18. Dezember 2026, 8.00 Uhrr

Eine eigenständige Erhebung zur erwarteten Verbraucherstimmung ist das HDE-Konsumbarometer für September 2026. Seine Kennzahlen sind wegen der unterschiedlichen Methode nicht direkt mit dem NIM-Indikator gleichzusetzen.

Zur Methode

Der Befragungszeitraum für die aktuelle Analyse war vom 30. Juli bis 10. August 2026. Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „NIM Konsumklima powered by GfK“ und basieren auf rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet und kurz kommentiert. Das Konsumklima bezieht sich explizit auf die gesamten privaten Konsumausgaben. Der Einzelhandel macht jedoch, je nach Abgrenzung, lediglich etwa 35 Prozent der privaten Konsumausgaben aus.

Die drei Indikatoren, aus denen der Konsumklima Indikator errechnet wird:

  • Einkommenserwartung: Zeigt auf, wie die Verbraucher die Entwicklung der finanziellen Lage ihres Haushaltes in den kommenden 12 Monaten einschätzen.
  • Sparneigung: Spiegelt die Meinung der Verbraucher dazu wider, ob es in Anbetracht der allgemeinen Wirtschaftslage derzeit ratsam ist, zu sparen.
  • Anschaffungsneigung: Ermittelt, inwieweit die Verbraucher es für günstig erachten, in Anbetracht der allgemeinen Wirtschaftslage größere Anschaffungen (Möbel, elektrische/elektronische Geräte usw.) zu tätigen.

Gesamtwirtschaftliche Indikatoren:

  • Konjunkturerwartung: Ermittelt die Einschätzung der Verbraucher, wie sich die allgemeine Wirtschaftslage in Deutschland in den kommenden 12 Monaten entwickeln wird.
  • Preiserwartung: Fragt, wie sich nach Ansicht der Verbraucher die Verbraucherpreise in den kommenden 12 Monaten im Vergleich zu den letzten 12 Monaten entwickeln werden.

Hinweis zu den Indikatoren: Es handelt sich um subjektive Stimmungsindikatoren, keine direkten Verhaltensdaten. Tatsächliches Verhalten (Käufe, Sparen, Einkommen) hängt zusätzlich von Liquidität, Notwendigkeit, Preisen und individuellen Umständen ab.

Der vorherige Monatsstand ist dokumentiert unter Ergebnisse des NIM Konsumklimas Juli 2026.

Quelle: Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) / NIQ
Redaktionell mit Unterstützung von KI aktualisiert: food-monitor, 6. September 2026