Lebensmittelkauf im Wandel: Was beim stationären und digitalen Einkauf zählt

Der Einkauf von Lebensmitteln gehört zum Alltag, doch er verändert sich spürbar.

Neben dem klassischen Besuch im Supermarkt oder beim Fachhändler gewinnen digitale Bestellmöglichkeiten immer mehr an Bedeutung. Gleichzeitig achten die Verbraucher stärker auf Preise, Herkunft und verständliche Informationen.

Lebensmittelkauf im Wandel
Foto: food-monitor / KI

Wie sich das Einkaufsverhalten verändert, welche Informationen beim Online-Kauf wichtig sind und worauf Verbraucher bei der Auswahl ihrer Lebensmittel achten sollten, zeigt der folgende Beitrag.

Zwischen Preis, Herkunft und Bequemlichkeit: Was Verbrauchern heute wichtig ist

Einkaufsentscheidungen entstehen selten aufgrund eines einzigen Kriteriums. Faktoren wie Preis, Qualität und Frische spielen dabei zusammen. Der Ernährungsreport 2025 zeigt beispielsweise, dass 59 Prozent der Befragten darauf achten, Lebensmittel preiswert einzukaufen. Gleichzeitig legen 77 Prozent Wert auf regionale Produkte.

Auch die Art des Einkaufs verändert sich. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kauften 2024 bereits 29 Prozent der 16- bis 74-Jährigen innerhalb der letzten drei Monate Güter des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Getränke oder Drogerieprodukte online. 2021 waren es noch 22 Prozent. Gleichzeitig blieb der stationäre Lebensmitteleinzelhandel wichtig: Sein realer Umsatz stieg 2024 gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozent.

Diese Zahlen zeigen, dass Online-Einkäufe den klassischen Lebensmittelhandel nicht vollständig ersetzen. Vielmehr ergänzen sich verschiedene Einkaufswege. Die Verbraucher entscheiden abhängig von Zeit, Entfernung, Haushaltsgröße und persönlichem Bedarf, welche Option für sie die sinnvollere ist.

Online-Kauf von Lebensmitteln: Welche Informationen müssen verfügbar sein?

Beim digitalen Lebensmitteleinkauf fehlt ein entscheidender Vorteil des stationären Handels: Der Verbraucher kann die Verpackung nicht in die Hand nehmen, um die darauf abgedruckten Angaben zu lesen. Deshalb kommt den Informationen im Online-Angebot eine besondere Bedeutung zu.

Bei vorverpackten Lebensmitteln müssen wesentliche Pflichtangaben grundsätzlich bereits vor dem Abschluss des Kaufs verfügbar sein. Dazu gehören unter anderem die Bezeichnung des Lebensmittels und das Zutatenverzeichnis, aber auch Informationen zu Allergenen, zur Nettofüllmenge sowie zum verantwortlichen Lebensmittelunternehmen.

Wer Lebensmittel digital einkauft, sollte deshalb nicht nur auf Preis oder Lieferzeit achten. Entscheidend ist auch, ob die relevanten Informationen verständlich und vollständig dargestellt werden.

Lebensmittel online bestellen: Wann ist der digitale Einkauf sinnvoll?

Für viele Haushalte ist die Möglichkeit, Lebensmittel online bestellen zu können, vor allem eine Frage der Organisation. Ein digital zusammengestellter Einkauf kann z. B. dann interessant sein, wenn wenig Zeit zur Verfügung steht oder die Geschäfte bereits geschlossen haben.

Beim Online-Einkauf sollte der Verbraucher die gleiche Aufmerksamkeit an den Tag legen wie beim traditionellen Einkauf im Laden. Dies gilt auch für den Preis: Ein scheinbar günstiger Artikel kann beispielsweise aufgrund einer anderen Packungsgröße schwer mit einem anderen Angebot vergleichbar sein.

Herkunft und Qualität: Worauf Verbraucher achten sollten

Digitale Einkaufswege verändern zwar den Ort der Kaufentscheidung, nicht aber die grundlegenden Kriterien für eine bewusste Auswahl. Herkunft, Zutaten, Nährwerte und Kennzeichnung bleiben auch im digitalen Zeitalter relevant.

Gerade bei regionalen Lebensmitteln besteht allerdings ein Informationsproblem: Der Begriff „regional“ ist nicht pauschal mit einer einheitlichen Entfernung oder Herkunftsdefinition gleichzusetzen. Deshalb sollte der Verbraucher möglichst darauf achten, welche konkrete Aussage hinter einer Herkunftsangabe steht.

Online bestellen und Lieferung richtig beurteilen

Die Online-Bestellung endet nicht einfach mit dem Klick auf „Kaufen“. Bei Lebensmitteln ist auch die Übergabe der Ware relevant. Besonders bei Kühl- und Tiefkühlprodukten sollte die Lieferung zeitnah kontrolliert werden. Beschädigte Verpackungen sowie nicht mehr ausreichend gekühlte Lebensmittel sollten beanstandet werden.

Welche Rechte bei mangelhaften Lebensmitteln, beim Widerruf und bei Problemen mit der Kühlkette bestehen, fassen wir ausführlich im Beitrag „Lebensmittel online bestellen: Mängel, Widerruf und Kühlkette“ zusammen.

Der Lebensmitteleinkauf wird vielfältiger

Die Entwicklung der vergangenen Jahre spricht dafür, dass Verbraucher zunehmend zwischen verschiedenen Einkaufswegen wechseln. Dabei hat jeder Einkaufsweg seine eigenen Stärken. Wer nur wenige Produkte benötigt, kann den Einkauf im Laden schnell erledigen und sich spontan für bestimmte Lebensmittel entscheiden. Bei einem größeren Wocheneinkauf kann dagegen die Möglichkeit, Produkte bequem von zu Hause aus auszuwählen, Zeit und Wege sparen.

Trotz des fortschreitenden Wandels bleiben klassische Ladengeschäfte für viele Einkaufsentscheidungen unverzichtbar. Der direkte Blick auf die Lebensmittel, die Möglichkeit zur spontanen Auswahl und die sofortige Mitnahme sind Vorteile, die digitale Angebote nicht vollständig ersetzen können. Interessant ist deshalb weniger die Frage, ob der stationäre oder der digitale Einkauf die Zukunft darstellt – wahrscheinlicher ist ein Nebeneinander verschiedener Möglichkeiten.

Fazit: Bewusst einkaufen – unabhängig vom Einkaufsweg

Ob Lebensmittel-Discounter, Wochenmarkt oder Online-Bestellung: Die entscheidenden Fragen bleiben ähnlich. Woher kommt ein Lebensmittel? Welche Inhaltsstoffe enthält es? Wie steht es um Preis, Qualität und Frische?

Der digitale Lebensmittelhandel erweitert die Möglichkeiten des Einkaufs und kann im Alltag Zeit und Wege sparen. Gleichzeitig verlangt er einen bewussten Umgang mit Informationen, weil die unmittelbare Kontrolle der Verpackung entfällt. Für den Verbraucher bedeutet dies vor allem eines: Der Einkaufsweg verändert sich – doch die Kriterien für einen informierten Lebensmittelkauf bleiben bestehen.