Grünkohl: Der Star in Bowl und Smoothie

Regional, saisonal, gesund und lecker.

Frischer Grünkohl in einer Schale
Foto: Obst & Gemüse – 1000 gute Gründe

So lieben die Deutschen ihr Gemüse. Einer der Top-Favoriten ist der Grünkohl, der noch einen weiteren Pluspunkt mitbringt: Er ist ein angesagtes Superfood.

Grünkohl hatte lange ein Imageproblem: Viele dachten bei ihm zuerst an ein schweres Gericht, lange Garzeiten und deftige Beilagen. Dabei braucht es nur ein Messer, ein gutes Dressing und ein paar frische Ideen, um aus dem Winterklassiker einen überraschend modernen Küchenstar zu machen.

Im November beginnt die beste Zeit für den heimischen Grünkohl, also dann, wenn es langsam schön kalt wird. Denn genau das braucht er, um seinen typischen Geschmack zu entfalten. Übrigens müssen die Temperaturen nicht unter null Grad fallen, wie man früher dachte. Entscheidend sind niedrige Temperaturen und eine längere Reifezeit. Dann lagert die Pflanze mehr Zucker in den Blättern ein, und ihr kräftiges Aroma wird milder.

Auch die inneren Werte können sich sehen lassen. Grünkohl liefert unter anderem Vitamin C und K, Folsäure, Ballaststoffe sowie verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe. Vor allem aber ist er frisch, regional und mitten in der kalten Jahreszeit verfügbar. Wenn ein heimisches Gemüse den Titel Superfood verdient, dann dieses. Es gibt also 1000 gute Gründe, Grünkohl jetzt einen festen Platz auf dem Speiseplan zu geben.

Besonders gut lässt sich die leichte Seite des beliebten Wintergemüses in Salaten oder Bowls entdecken. Die bunten Schalen leben vom Zusammenspiel unterschiedlicher Farben, Aromen und Konsistenzen. Grünkohl bringt dabei etwas Eigenes mit: eine kräftige Farbe, eine angenehm herbe Note und Blätter mit Biss. Zwischen cremigen und knusprigen Zutaten sorgt er dafür, dass jeder Happen ein wenig anders schmeckt. So wird aus einer vertrauten Beilage ein Gemüse, das ein ganzes Gericht prägen kann. Unwiderstehlich schmeckt er auch in fruchtiger Kombination als Grünkohlsalat mit Orangen und Parmesan.

Im Smoothie zeigt Grünkohl ebenfalls Charakter. Sein würziger Geschmack setzt einen spannenden Kontrast zur Süße von Früchten und gibt dem Getränk mehr Tiefe. Dabei muss er keineswegs alles dominieren. Schon eine kleine Menge reicht für eine deutlich grüne Note. Wer Grünkohl bisher ausschließlich gekocht kennt, entdeckt hier eine überraschend frische Variante.

Gerade dieser Wechsel zwischen vertraut und ungewohnt macht ihn kulinarisch interessant. Grünkohl kann knackig oder zart sein, kräftig hervortreten oder andere Aromen begleiten. Er passt damit zu einer Küche, in der Gemüse mehr Aufmerksamkeit bekommt und Genuss ebenso wichtig ist wie eine unkomplizierte Zubereitung. Für neue Lieblingsgerichte braucht es keine weit gereiste Zutat: Der nächste Supermarkt, Hofladen oder Wochenmarkt ist ein guter Ausgangspunkt.

Beim Einkauf lohnt sich ein genauer Blick. Frischer Grünkohl hat feste, knackige Blätter in sattem Grün oder Violett; gelbe und welke Stellen sprechen gegen Frische. Im Gemüsefach hält er sich, in ein feuchtes Tuch gewickelt, einige Tage. Am besten kauft man ihn passend zum geplanten Verbrauch.

Und natürlich behält auch der klassische Grünkohltopf seinen Platz in der herbstlichen Küche. Aber daneben ist ganz viel Raum für neue Vorlieben wie zum Beispiel Grünkohl-Käsespätzle – und für die Entdeckung, wie frisch und vielseitig der November schmecken kann.

Grünkohlsalat mit Orangen und Parmesan.

Grünkohlsalat mit Orangen und Parmesan
Mit einfachen Zutaten frisch zubereitet schmeckt der Grünkohlsalat mit Orangen und Parmesan einfach köstlich. Foto: Obst & Gemüse – 1000 gute Gründe

Zutaten für 4 Portionen:

  • 350 g Grünkohl
  • 5 Blutorangen
  • 5 EL Sesam
  • Saft einer Zitrone
  • 4 EL Olivenöl
  • 1 EL Honig
  • 150 g Parmesan
  • Salz & Pfeffer

Zubereitung:

Den Grünkohl waschen und vom Stiel zupfen, den Kohl anschließend in eine Schüssel geben, Öl, Honig und Zitronensaft dazugeben und mit beiden Händen durchkneten, bis der Grünkohl geschmeidig ist. Danach die Orangen filetieren und in mundgerechte Stücke schneiden, den Parmesan grob bröseln. Orangen, Parmesan und Sesam vorsichtig unter den Salat heben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Grünkohl-Käsespätzle.

Grünkohl-Käsespätzle in der Pfanne
Grünkohl etwas deftiger – aber mal ganz anders: In Kombination mit Käsespätzle hat dieses Rezept das Zeug, ein neuer Klassiker zu werden. Foto: Felix‘ Kochbook / Obst & Gemüse – 1000 gute Gründe

Zutaten für 2 Portionen:

  • 2 Mettwürstchen
  • 200 g frischer Grünkohl (oder TK-Ware)
  • 200 g trockene Spätzle (oder 300 g frische)
  • 150 g braune Pilze
  • 1 Zwiebel
  • 150 g geriebener Edamer
  • 50 g Walnüsse

Zubereitung:

Zunächst die Mettwürstchen längs halbieren und dann in ca. 0,5 cm dicke Stücke schneiden. In einer Pfanne bei mittlerer Hitze auslassen. Währenddessen den Grünkohl vorbereiten. Dafür mit einem scharfen Messer die Mittelrippe herausschneiden und das Blattgrün fein hacken. Alles gründlich waschen. Die Spätzle nach Packungsanweisung zubereiten (oder wahlweise selbst Spätzle machen).

Die Stiele aus den Pilzen brechen, die Köpfe in Scheiben schneiden und dann in die Pfanne geben. Für etwa fünf Minuten braten. Die Zwiebel schälen, fein würfeln und zu den Pilzen in die Pfanne geben. Die Hitze etwas erhöhen und alles zusammen anbraten. Nach weiteren fünf Minuten den Grünkohl unterheben und garen, bis er merklich zusammengefallen ist. Nun die Spätzle dazugeben und verrühren. Einen Schuss Leitungswasser in die Pfanne geben und anschließend den Käse unterheben. Die Hitze unter der Pfanne ausschalten und alles weiter vermischen, bis der Käse schöne Fäden zieht. Zuletzt die Walnüsse grob hacken und über die Pfanne streuen.

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