Testbiotech e. V. startet “EFSAWatch”
food-monitor | 10. November 2009, 10:16 Uhr |
Expertengruppe will mehr Transparenz bei der Prüfung gentechnisch veränderter Pflanzen in der EU
Heute startet der „EFSAWatch Newsletter“ des Vereins Testbiotech. Er gibt einen Überblick über die Tätigkeit der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zum Thema gentechnisch veränderte Pflanzen. Insbesondere wird über aktuelle Stellungnahmen der Behörde und neue Anmeldungen der Industrie berichtet. Der englischsprachige Newsletter richtet sich an Fachjournalisten und die interessierte Öffentlichkeit. Testbiotech e. V. bietet zu den jeweiligen Themen zusätzliche Hintergrundinformationen auf www.testbiotech.org/efsa/newsletter.
Die Risikobewertung von gentechnisch veränderten Pflanzen durch die EFSA wird von vielen Seiten kritisiert. Auch in jüngster Zeit veröffentlichte die EUBehörde zwei Prüfberichte, die problematisch sind:
Die EFSA plädierte dafür, gentechnisch veränderten Mais der Firmen Monsanto (MON89034xNK603) und Syngenta (Bt11xGA21) zur Verwendung in Lebens- und Futtermittel freizugeben. Bei beiden Produkten handelt es sich um sogenannte stacked events. Das bedeutet, dass in diesen Maispflanzen verschiedene gentechnische Konstrukte miteinander kombiniert sind. So produzieren sie einerseits ein oder mehrere Insektengifte (BtToxin) und enthalten andererseits Toleranzen gegenüber Herbiziden. Grundsätzlich vertritt das Gremium, das für die Prüfung gentechnisch veränderter Pflanzen zuständig ist (GMOPanel), die Ansicht, dass es bei stacked events, die aus der Kreuzung mehrerer gentechnisch veränderter Pflanzen entstanden sind, ausreichend sei, sich vor allem auf die Risikoabschätzungen der einzelnen gentechnisch veränderten Pflanzen zu stützen. Spezielle Fütterungsversuche mit den stackedeventPflanzen MON89034 x NK603, bzw. Bt11xGA21 seien deshalb nicht nötig.
Diese Argumentation ist wissenschaftlich fragwürdig, da sie unerwartete Wechselwirkungen zwischen den künstlichen Genen und ihren Produkten größtenteils außer Acht lässt. Nicht beachtet wird auch, dass es bereits an der Risikobewertung der einzelnen gentechnisch veränderten Pflanzen, die als Ausgangsprodukte dienen, erhebliche Zweifel gibt. Beispielsweise zeigte der herbizidtolerante Mais NK603 im Fütterungsversuch bei Ratten verschiedene statistisch signifikante Auffälligkeiten.
Die Prüfung der gentechnisch veränderten Pflanzen, die mehrere Transgene enthalten, beruht auf verschiedenen Annahmen, die nicht geeignet sind, gesundheitliche oder ökologische Risiken tatsächlich auszuschließen. Es ist zu erwarten, dass die Prüfergebnisse der EFSA weiterhin für heftige Kontroversen sorgen werden.
Weitere Informationen erhalten Sie auf der Testbiotech Homepage unter www.testbiotech.org/efsa/newsletter
Zum Abonnement des newsletters kommen Sie unter: http://testbiotech.org/node/255
Den TestbiotechBericht “risk reloaded” – Bericht zum Umgang mit den Risiken gentechnisch veränderter Pflanzen in der EU” steht hier als pdf bereit:
http://testbiotech.org/sites/default/files/riskreloaded.
Quelle: Test Biotech

Seite in meine Favoritenliste legen |
Seite drucken
|
Seite versenden
| Copyright
- Halbes Dutzend Insektengifte im Gen-Mais
- Turbolachs und Gen-Kühe bald schon auf der Speisekarte?
- Risikobewertung gentechnisch veränderter Pflanzen bleibt unzureichend
- Monsantos Daten entsprechen nicht den wissenschaftlichen Standards
- Gentechnisch veränderter Weizen versagt im Freiland
- Interessenskonflikte an der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA
- Gentechnisch veränderte Pflanzen belasten Nahrungskette mit Giftcocktails
- Wie unabhängig war die EFSA in den letzten 10 Jahren wirklich?
- Testbiotech bietet Übersicht mit Datenbank zu EU-Zulassungen gentechnisch veränderter Nutzpflanzen
- Forscher finden Gene aus transgenen Pflanzen in Milch und Tierorganen
- Die EFSA, eine Spielwiese der Gen-Industrie
- Kartoffeln, Weizen, Gerste – Eine neue Generation gentechnisch veränderter Pflanzen im Freiland












