Paprikapulver im CVUA-Monitoring 2018/2019: Rückstände eingeordnet

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Eine kleine Schwerpunktuntersuchung aus den Jahren 2018 und 2019

Rotes Paprikapulver auf einem Löffel
Foto: tijmen van dobbenburgh / FreeImages

Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart (CVUA) berichtete 2019 über 20 untersuchte Paprikapulver-Proben aus den Jahren 2018 und 2019. Bei 19 Proben lagen ein oder mehrere Stoffe oberhalb der damals geltenden Rückstandshöchstgehalte. Besonders häufig betraf dies Chlorat und Chlormequatchlorid.

Die Stichprobe war klein und gezielt; sie beschreibt weder alle damaligen Produkte noch die heutige Marktlage. Aus dem Ergebnis lässt sich deshalb nicht ableiten, 95 Prozent des aktuell angebotenen Paprikapulvers überschritten Grenzwerte.

Warum alte Chloratwerte nicht ungeprüft übertragbar sind

Für Chlorat galten damals vielfach sehr niedrige Standardhöchstgehalte. Im Jahr 2020 wurden spezifische, überwiegend höhere Rückstandshöchstgehalte festgelegt. Das CVUA weist in späteren Jahresberichten ausdrücklich darauf hin, dass ältere formale Überschreitungsquoten dadurch nur eingeschränkt mit aktuellen Ergebnissen vergleichbar sind.

Rückstandshöchstgehalte sind rechtliche Handelswerte. Eine Überschreitung bedeutet nicht automatisch eine akute Gesundheitsgefahr; sie muss fachlich unter Berücksichtigung von Stoff, Gehalt und Verzehr bewertet werden. Ebenso beweist die Einhaltung eines Höchstgehalts nicht, dass ein Lebensmittel unbegrenzt verzehrt werden sollte.

Sorten und Verwendung getrennt beurteilen

Die Monitoringdaten sagen nichts darüber aus, ob ein Pulver mild, edelsüß oder scharf ist. Aktuelle Leitsatzbezeichnungen, Capsaicinoide, Erhitzen und Lagerung erklärt die Warenkunde Welche Unterschiede gibt es bei Paprikapulver?.

Paprikapulver trocken, dunkel und dicht verschlossen lagern. Feucht gewordenes, muffig riechendes oder sichtbar verschimmeltes Gewürz entsorgen. Bei Produktrückrufen oder konkreten Warnungen sind die Angaben von Hersteller und Behörden maßgeblich.

Quellen