Zimt ist nicht gleich Zimt: ein Duft, drei Komponenten

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Das typische Zimtaroma entsteht aus einem Gemisch flüchtiger Verbindungen, vor allem Zimtaldehyd sowie je nach Art Eugenol und Cumarin.

Zimtstangen und gemahlener Zimt
Fotolia #180169075 © Jiri-Hera – Lizenznehmer: food-monitor

Zimt wird seit Jahrhunderten als Gewürz genutzt. Verwendet wird die innere Rinde verschiedener immergrüner Bäume der Gattung Cinnamomum. Nach dem Schälen und Trocknen rollt sich die Rinde zu den bekannten Zimtstangen ein; gemahlen entsteht Zimtpulver.

Drei wichtige Aromastoffe

Zimtaldehyd prägt den warmen, süß-würzigen Grundduft. Eugenol, das auch zum typischen Nelkenaroma beiträgt, ist besonders für Ceylon-Zimt charakteristisch. Cumarin riecht angenehm süßlich, ist aber zugleich gesundheitlich relevant. Die Anteile schwanken mit Pflanzenart, Herkunft, Ernte, Rindenteil und Verarbeitung.

Die Stoffe gehören zu einem deutlich größeren Aromagemisch. Zimtgeschmack lässt sich deshalb nicht allein aus drei Einzelwerten ableiten. Auch Frische und Lagerung beeinflussen den sensorischen Eindruck.

Welche Zimtarten werden angeboten?

  • Ceylon-Zimt stammt von Cinnamomum verum und wird vor allem in Sri Lanka erzeugt. Seine Stangen bestehen aus vielen dünnen Rindenschichten.
  • Chinesischer Cassia-Zimt stammt von Cinnamomum cassia. Die Stange besteht meist aus einer einzelnen dickeren Rindenschicht.
  • Indonesischer und vietnamesischer Zimt aus Cinnamomum burmannii beziehungsweise Cinnamomum loureiroi werden im Handel häufig ebenfalls der Cassia-Gruppe zugerechnet.

Bei gemahlenem Zimt lässt sich die Art nicht zuverlässig am Aussehen erkennen. Wer gezielt Ceylon-Zimt kaufen möchte, achtet auf die eindeutige Bezeichnung und möglichst auf den botanischen Namen.

Cumarin sachlich einordnen

Ceylon-Zimt enthält in der Regel wesentlich weniger Cumarin als Cassia-Zimt. Für verzehrfertige zimthaltige Lebensmittel gelten EU-Höchstgehalte, für Zimt als einzelnes Gewürz jedoch nicht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt eine tolerierbare tägliche Aufnahmemenge von 0,1 Milligramm Cumarin pro Kilogramm Körpergewicht.

Der Beitrag „Zimt für die Adventsbäckerei: Ceylon- oder Cassia-Zimt?“ erläutert Unterschiede, Mengenbeispiele und den sicheren Umgang ausführlich. Für häufige oder größere Mengen ist eindeutig gekennzeichneter Ceylon-Zimt die vorsichtigere Wahl.

Einkauf und Lagerung

Zimtstangen behalten ihr Aroma länger als gemahlenes Gewürz. Beide Varianten luftdicht, trocken, dunkel und kühl lagern und nur mit einem sauberen, trockenen Löffel entnehmen. Muffigen, feuchten oder sichtbar verschimmelten Zimt entsorgen.

Auch Sternanis prägt die Winterküche, ist botanisch aber nicht mit Anis verwandt. Die Unterschiede erklärt „Sternanis und Anis: Kennen Sie den Unterschied?“.

Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026

Quelle: Rüdiger Lobitz, bzfe.de; Bundesinstitut für Risikobewertung / food-monitor



Rezept: Ceylon-Zimt-Ofenäpfel mit Hafer-Nuss-Füllung

Gebackene Äpfel mit Haferflocken, Mandeln, Rosinen und Ceylon-Zimt
Foto: food-monitor / KI

Zutaten für 4 Portionen

  • 4 säuerliche Äpfel, je etwa 180 g
  • 40 g zarte Haferflocken
  • 40 g gehackte Mandeln
  • 30 g Rosinen
  • 1/2 TL eindeutig gekennzeichneter gemahlener Ceylon-Zimt
  • 20 g weiche Butter
  • 1 EL Honig
  • 150 ml naturtrüber Apfelsaft

Zubereitung

  1. Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze oder 160 °C Umluft vorheizen.
  2. Äpfel gründlich waschen. Mit einem Apfelausstecher das Kerngehäuse entfernen und die Öffnung oben vorsichtig auf etwa 3 cm erweitern, ohne den Boden zu durchstoßen.
  3. Haferflocken, Mandeln, Rosinen und Ceylon-Zimt mischen. Butter und Honig zugeben und alles mit einer Gabel zu einer lockeren Füllung vermengen.
  4. Mischung gleichmäßig in die Äpfel füllen und leicht andrücken. Äpfel in eine passende Auflaufform setzen und Apfelsaft angießen.
  5. Auf der mittleren Schiene 30 bis 35 Minuten backen, bis die Äpfel vollständig erhitzt und weich sind, aber ihre Form noch halten. Nach 20 Minuten etwas Flüssigkeit aus der Form darüberlöffeln.
  6. Vor dem Servieren 5 Minuten abkühlen lassen.

Serviervorschlag: Je einen warmen Ofenapfel mit etwas Apfelsud aus der Form anrichten.

Hinweis zu Allergenen und Lebensmittelsicherheit: Das Gericht enthält Mandeln und Milch aus Butter; Hafer kann Gluten enthalten. Für eine glutenfreie Variante nur entsprechend gekennzeichnete Haferflocken verwenden. Honig ist für Kinder unter zwölf Monaten nicht geeignet. Äpfel unversehrt verarbeiten und Reste rasch abkühlen sowie gekühlt aufbewahren.

Rezept: food-monitor / KI