Blutorangen verdanken ihre rote Farbe natürlichen Anthocyanen. Kühle Nächte während der Reife fördern die Bildung dieser Pflanzenfarbstoffe.

Warum wird das Fruchtfleisch rot?
Blutorangen gehören wie andere Orangen zur Art Citrus sinensis. Ihre Farbe entsteht nicht durch eine Kreuzung mit Beeren, sondern durch Anthocyane. Diese wasserlöslichen Pflanzenfarbstoffe reichern sich je nach Sorte, Reife und Temperatur in Fruchtfleisch, Saft und teilweise auch in der Schale an.
Warme Tage und kühle Nächte begünstigen die Farbbildung. Deshalb eignen sich bestimmte Mittelmeerregionen, besonders Sizilien, für den Anbau. Bei milden Nächten kann dieselbe Sorte schwächer gefärbt bleiben, ohne dass dies automatisch ein Qualitätsmangel ist. Bekannte Sorten sind Moro, Tarocco und Sanguinello.
Saison und Geschmack
Blutorangen werden vor allem im Winter angeboten. Je nach Sorte und Herkunft reicht die Saison ungefähr von Dezember bis März. Das Aroma ist süß-säuerlich bis herb und kann an Himbeeren oder andere rote Früchte erinnern.
Die Früchte liefern unter anderem Vitamin C und enthalten wie anderes Obst Ballaststoffe sowie verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe. Anthocyane werden wissenschaftlich intensiv untersucht; aus ihrem Vorkommen lässt sich jedoch keine Behandlung oder Vorbeugung konkreter Krankheiten ableiten.
Einkauf und Lagerung
Eine gute Blutorange ist für ihre Größe relativ schwer und hat eine feste, unbeschädigte Schale. Einzelne grünliche oder blasse Stellen sagen wenig über den Reifegrad des Fruchtfleischs aus. Bei Raumtemperatur bleiben die Früchte einige Tage aromatisch; für eine längere Aufbewahrung kühl, trocken und luftig lagern und regelmäßig auf weiche oder schimmelige Stellen kontrollieren.
Vor dem Schälen unter fließendem Trinkwasser waschen und trocken reiben. Wird Schalenabrieb verwendet, nur dafür gekennzeichnete unbehandelte beziehungsweise Bio-Früchte wählen und auch diese gründlich waschen.
Blutorangen in der Küche
Blutorangen schmecken pur, als Saft, in Obstsalat, Sorbet, Kuchen und Konfitüre. Ihr herb-säuerliches Aroma passt außerdem zu Fenchel, Feldsalat, Chicorée, Fisch und Geflügel. Beim Filetieren die weiße Innenhaut möglichst entfernen und austretenden Saft für ein Dressing auffangen.
Weitere Zitrus-Warenkunde bieten Pomelo – die bittersüße Frucht und Zitronat und Orangeat: manche mögen’s, manche nicht.
Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026
Quelle: Heike Kreutz, www.bzfe.de / food-monitor
Rezept: Blutorangen-Fenchel-Salat mit Walnüssen

Zutaten für 4 Portionen
- 4 Blutorangen
- 2 kleine Fenchelknollen mit Grün
- 100 g Feldsalat
- 60 g Walnusskerne
- 4 EL Olivenöl
- 1 EL Zitronensaft
- 1 TL Honig
- 1 TL mittelscharfer Senf
- Salz und schwarzer Pfeffer
Zubereitung
- Walnüsse in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze 3 bis 4 Minuten rösten, abkühlen lassen und grob hacken.
- Feldsalat sorgfältig verlesen, unter fließendem Trinkwasser gründlich waschen und trocken schleudern. Fenchel waschen, das Grün beiseitelegen und die Knollen längs in sehr dünne Scheiben hobeln.
- Blutorangen unter fließendem Trinkwasser waschen. Drei Früchte so schälen, dass auch die weiße Haut entfernt ist. Quer in dünne Scheiben schneiden und den Saft auffangen. Die vierte Orange auspressen.
- 4 EL Blutorangensaft mit Olivenöl, Zitronensaft, Honig und Senf verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Feldsalat, Fenchel und Blutorangenscheiben auf Tellern anrichten. Dressing darübergeben und mit Walnüssen sowie Fenchelgrün bestreuen.
Serviervorschlag: Als Vorspeise oder als frische Beilage zu gebratenem Fisch servieren.
Allergene: Enthält Walnüsse und Senf.
Lebensmittelsicherheit: Den Salat nach der Zubereitung möglichst sofort servieren. Reste abgedeckt bei höchstens 7 °C lagern und am selben Tag verbrauchen. Honig ist für Kinder unter zwölf Monaten nicht geeignet.
Rezept: food-monitor / KI
