Yacon – ein weiteres Superfood?

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Yacon ist eine süßlich-saftige Speicherwurzel – aber kein nachgewiesenes Wundermittel.

Yacon-Wurzeln
Foto: Magnific

Yacon stammt aus den Anden Südamerikas und gehört wie Topinambur und Sonnenblume zur Familie der Korbblütler. Gegessen werden die unterirdischen Speicherwurzeln. Ihr mild-süßer Geschmack erinnert je nach Reife an Birne oder Melone, die Konsistenz an eine knackige Knolle.

Fruktane prägen Zusammensetzung und Verträglichkeit

Ein Teil der Kohlenhydrate liegt als Fruktane vor, darunter Fruktooligosaccharide. Diese werden im Dünndarm nicht vollständig verdaut und gelangen in den Dickdarm, wo Darmbakterien sie verstoffwechseln. Das erklärt die Einordnung als präbiotische Ballaststoffe.

Daraus lassen sich jedoch keine gesicherten Aussagen ableiten, dass Yacon beim Abnehmen hilft oder Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Entzündungen beziehungsweise andere Erkrankungen behandelt. Untersuchungen liefern Forschungsansätze, ersetzen aber keine belastbaren klinischen Nachweise für solche Versprechen. Das BZfE-Online-Spezial zu Yacon beschreibt Zusammensetzung, Anbau und Forschungsstand ausführlicher.

Größere Mengen Fruktane können Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall verursachen. Menschen mit empfindlichem Darm sollten zunächst eine kleine Portion probieren. Yacon-Sirup ist trotz seiner Fruktane ein Süßungsmittel und sollte nicht als Therapie oder unbegrenzt verwendbarer Zuckerersatz verstanden werden.

Einkauf, Lagerung und Zubereitung

Feste, unbeschädigte Wurzeln ohne weiche oder schimmelige Stellen wählen. Frische Yacon kühl lagern; bei Raumtemperatur werden Fruktane nach und nach zu einfachen Zuckern abgebaut. Angeschnittene Stücke abdecken, kühlen und zeitnah verbrauchen.

Vor der Zubereitung gründlich waschen und schälen. Roh passt Yacon geraspelt oder in dünnen Scheiben in Salate und Obstgerichte. Zitronensaft bremst die Braunfärbung. Die Wurzel lässt sich außerdem dünsten, braten, backen oder zu Püree verarbeiten.

Botanisch ist Yacon auch mit Chicorée verwandt. Hinweise zu dessen Bitterstoffen und Zubereitung bietet der Beitrag Warum ist Chicorée so gesund?.

Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026

Quelle: Ruth Rösch, Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) / food-monitor



Rezept: Warmer Yacon-Apfel-Feldsalat

Warmer Feldsalat mit gerösteter Yacon, Apfelspalten und Walnüssen
Foto: food-monitor / KI

Zutaten für 4 Portionen

  • 500 g Yacon-Wurzeln
  • 2 säuerliche rote Äpfel
  • 150 g Feldsalat
  • 60 g Walnusskerne
  • 1 Bio-Zitrone
  • 1 TL mittelscharfer Senf
  • 4 EL Rapsöl
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  1. Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Yacon waschen, schälen, in etwa 2 cm große Stücke schneiden und sofort mit 1 EL Zitronensaft vermengen.
  2. Yacon mit 2 EL Rapsöl, etwas Salz und Pfeffer auf einem Backblech verteilen und 20 bis 25 Minuten rösten. Nach der Hälfte der Zeit wenden.
  3. Walnüsse in einer Pfanne ohne Fett unter Aufsicht etwa 3 Minuten rösten und grob hacken. Feldsalat gründlich waschen und trocken schleudern.
  4. Äpfel waschen, vierteln, entkernen und in dünne Spalten schneiden. Für das Dressing 2 EL Zitronensaft, Senf und die übrigen 2 EL Rapsöl verrühren und abschmecken.
  5. Feldsalat und Apfelspalten mit dem Dressing mischen. Warme Yacon-Stücke und Walnüsse darauf verteilen und sofort servieren.

Serviervorschlag: Der Salat eignet sich als leichte Hauptmahlzeit oder als Beilage zu gebackenem Gemüse.

Allergenhinweis: Enthält Walnüsse und Senf.

Rezept: food-monitor / KI