673 Millionen Menschen litten 2024 an Hunger
Der Welternährungsbericht „The State of Food Security and Nutrition in the World 2025“ (SOFI) schätzt, dass 2024 rund 673 Millionen Menschen chronisch unterernährt waren. Das entspricht 8,2 Prozent der Weltbevölkerung. Der Wert ist eine Punktschätzung; der statistische Schätzbereich reicht von 638 bis 720 Millionen Menschen.
Der Bericht wird gemeinsam von FAO, IFAD, UNICEF, Welternährungsprogramm und Weltgesundheitsorganisation herausgegeben. Gegenüber 2023 und 2022 ist der globale Anteil leicht gesunken. Von einer Trendwende kann trotzdem nicht gesprochen werden: Gegenüber 2015 und der Zeit vor der Pandemie bleibt die Lage deutlich schlechter.
Hunger und Ernährungsunsicherheit sind nicht dasselbe
„Hunger“ bezeichnet im Bericht anhaltende Unterernährung. Die weiter gefasste moderate oder schwere Ernährungsunsicherheit erfasst auch Menschen, die zeitweise keinen verlässlichen Zugang zu ausreichender und angemessener Nahrung haben. Davon waren 2024 etwa 2,3 Milliarden Menschen beziehungsweise 28 Prozent der Weltbevölkerung betroffen.
Weitere 2,6 Milliarden Menschen konnten sich keine gesunde Ernährung leisten. Damit wird sichtbar, dass Ernährungssicherheit mehr bedeutet als ausreichend Kalorien: Nährstoffreiche Lebensmittel müssen dauerhaft verfügbar und bezahlbar sein.
Globale Verbesserung verdeckt regionale Rückschritte
Fortschritte gab es vor allem in Süd- und Südostasien sowie in Südamerika. In vielen Teilen Afrikas und Westasiens nahm Hunger dagegen weiter zu. In Afrika waren 2024 rund 307 Millionen Menschen betroffen, gut ein Fünftel der Bevölkerung.
Hohe Lebensmittelpreise treffen Haushalte mit niedrigen Einkommen besonders stark, weil ein großer Teil des Budgets für Essen benötigt wird. Konflikte, Vertreibung, Klimafolgen, wirtschaftliche Krisen und schwache soziale Sicherungssysteme verstärken sich häufig gegenseitig.
Kinder und Frauen bleiben besonders gefährdet
Der Bericht dokumentiert Fortschritte bei Wachstumsverzögerungen von Kindern, doch die Ziele für 2030 werden voraussichtlich verfehlt. 2024 waren schätzungsweise 150 Millionen Kinder unter fünf Jahren von Wachstumsverzögerungen betroffen. Akute Auszehrung und Übergewicht bei Kindern stagnierten weitgehend.
Nur rund ein Drittel der Kinder zwischen sechs und 23 Monaten erreichte die Mindestanforderungen an eine vielfältige Ernährung. Bei Frauen im gebärfähigen Alter nahm die Häufigkeit von Anämie seit 2012 zu. Mangelernährung umfasst deshalb Unterernährung, Mikronährstoffmangel und zugleich Übergewicht beziehungsweise Adipositas.
Zero Hunger bis 2030 wird klar verfehlt
Wenn sich die aktuellen Trends fortsetzen, könnten 2030 noch rund 512 Millionen Menschen chronisch unterernährt sein. Fast 60 Prozent davon würden in Afrika leben. Das Nachhaltigkeitsziel 2 der Vereinten Nationen, Hunger bis 2030 zu beenden, ist damit außer Reichweite.
Nötig sind kombinierte Maßnahmen: Konfliktprävention und humanitärer Zugang, soziale Sicherung, Investitionen in widerstandsfähige Landwirtschaft, bessere Markt- und Lagerinfrastruktur sowie Politik gegen extreme Lebensmittelpreisschocks. Einzelne Projekte können helfen, ersetzen aber keine stabilen Institutionen und langfristige Finanzierung.
Wie weit die Welt vom UN-Ziel entfernt ist, ordnet Agenda 2030: Warum die Welt Zero Hunger verfehlt ein.
Offizielle Daten: FAO zum SOFI-Bericht 2025.
Aktualisiert am 15. August 2026
Quelle: Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) / food-monitor / KI
