Agenda 2030: Warum die Welt Zero Hunger verfehlt

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Die Weltgemeinschaft wollte Hunger bis 2030 beenden. Die jüngsten verfügbaren UN-Daten zeigen zwar eine leichte globale Verbesserung, doch das Ziel „Zero Hunger“ bleibt außer Reichweite.

Mit der Agenda 2030 beschlossen die Vereinten Nationen im September 2015 insgesamt 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung. Ziel 2 verlangt, Hunger zu beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung zu erreichen sowie eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern.

673 Millionen Menschen waren 2024 von Hunger betroffen

Nach dem Welternährungsbericht 2025 waren im Jahr 2024 schätzungsweise 673 Millionen Menschen chronisch unterernährt. Das entsprach 8,2 Prozent der Weltbevölkerung. Wegen statistischer Unsicherheiten geben die beteiligten UN-Organisationen eine Spanne von 638 bis 720 Millionen Menschen an.

Die globale Quote sank gegenüber 2023 und 2022. Dennoch waren rund 100 Millionen Menschen mehr von Hunger betroffen als 2015, als die Agenda 2030 verabschiedet wurde. Zugleich erlebten etwa 2,3 Milliarden Menschen moderate oder schwere Ernährungsunsicherheit. Sie hatten also keinen verlässlichen Zugang zu ausreichend sicherer und nährstoffreicher Nahrung.

Fortschritte sind regional sehr ungleich

Verbesserungen in Teilen Asiens und Lateinamerikas verdecken eine gegenläufige Entwicklung in Afrika und Westasien. In Afrika waren 2024 mehr als 307 Millionen Menschen von Hunger betroffen. In Subsahara-Afrika lag der Anteil bei mehr als einem Fünftel der Bevölkerung.

Auch Mangelernährung bei Kindern bleibt ein großes Problem. Weltweit gingen Wachstumsstörungen und akute Mangelernährung bei Kindern unter fünf Jahren zwar zurück, doch in mehreren Regionen hält die Entwicklung nicht mit dem Bevölkerungswachstum Schritt.

Warum Hunger trotz ausreichender globaler Produktion besteht

Hunger entsteht nicht allein, weil weltweit zu wenig Nahrung produziert würde. Ausschlaggebend sind vor allem Zugang, Verteilung und Kaufkraft. Mehrere Krisen verstärken sich gegenseitig:

  • Konflikte: Sie vertreiben Menschen, zerstören Infrastruktur und unterbrechen Landwirtschaft, Handel und Hilfslieferungen.
  • Hohe Lebensmittelpreise: Preissteigerungen treffen einkommensarme Haushalte besonders, weil sie einen großen Teil ihres Budgets für Essen ausgeben.
  • Klimafolgen: Dürren, Überschwemmungen und Extremhitze können Ernten und Einkommen wiederholt beeinträchtigen.
  • Armut und Ungleichheit: Fehlende soziale Sicherung, ungleicher Zugang zu Land, Bildung und Gesundheitsversorgung erhöhen das Risiko.
  • Schwache Ernährungssysteme: Verluste, fehlende Lagerung, schlechte Verkehrswege und geringe Marktintegration erschweren die Versorgung.

Was gegen Hunger langfristig wirkt

Nothilfe bleibt in akuten Krisen unverzichtbar. Dauerhafte Fortschritte brauchen zusätzlich soziale Sicherung, widerstandsfähige Landwirtschaft, Zugang zu sauberem Wasser und Gesundheitsversorgung, bessere Infrastruktur sowie politische Lösungen für Konflikte. Frauen und kleine landwirtschaftliche Betriebe müssen Zugang zu Land, Finanzierung, Beratung und Märkten erhalten.

Der Beitrag Welthungerhilfe: Was gegen Hunger langfristig wirkt zeigt, wie lokale Strukturen, soziale Sicherung und Krisenvorsorge zusammenspielen können.

Zahlen brauchen eine klare Einordnung

Die jährlichen Hungerzahlen beruhen auf Modellen und Erhebungen. Sie werden rückwirkend aktualisiert und sind deshalb keine exakte Personenzählung. Aussagekräftig sind vor allem Größenordnung, Entwicklung und regionale Unterschiede. Nach dem UN-Fortschrittsbericht 2026 liegen Hunger und Ernährungsunsicherheit weiterhin über dem Niveau von 2015.

Die zentralen Ergebnisse zu Hunger, Ernährungsunsicherheit und bezahlbarer gesunder Ernährung erläutert Welternährungsbericht 2025: Hunger sinkt nur leicht.

Aktuelle Datengrundlage: The State of Food Security and Nutrition in the World 2025.

Aktualisiert am 14. August 2026

Quelle: Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen / food-monitor / KI