
Allergenarme Pompur-Äpfel sind im Handel
Seit November 2025 werden unter der Marke Pompur zwei allergenarme Apfelsorten angeboten. Sie entstanden in einem mehrjährigen Forschungs- und Züchtungsprogramm der Hochschule Osnabrück, der Züchtungsinitiative Niederelbe, der Technischen Universität München und der Charité Berlin. Nach Angaben der Hochschule Osnabrück verlief der Verkaufsstart gut; im Februar 2026 erhielt Pompur zudem einen Innovationspreis der Fachmesse Fruit Logistica.
Die beiden knackigen und saftigen Sorten unterscheiden sich geschmacklich: Eine schmeckt eher süß, die andere ausgewogen süß-säuerlich. Ihre zugrunde liegenden Sorten tragen seit 2022 das Qualitätssiegel der Europäischen Stiftung für Allergieforschung ECARF.
Allergenarm bedeutet nicht allergenfrei
Bei vielen Apfelallergien reagiert das Immunsystem auf das Apfelprotein Mal d 1, weil es dem Hauptallergen der Birkenpollen ähnelt. Typisch sind Jucken oder Brennen im Mund und Rachen sowie Schwellungen an Lippen, Zunge oder Schleimhaut. Selten können stärkere Reaktionen auftreten.
Die Pompur-Sorten wurden in klinischen Untersuchungen als besonders gut verträglich bewertet. Eine Beschwerdefreiheit lässt sich dennoch nicht garantieren. Die ECARF weist darauf hin, dass Sorte, Anbau, Reife und Lagerung die Allergenität beeinflussen können.
Was Allergiker beachten sollten
Wer auf Äpfel reagiert, sollte die individuelle Verträglichkeit allergologisch abklären lassen. Das gilt besonders nach stärkeren oder systemischen Reaktionen; eigenständige Verzehrtests sind dann nicht angebracht. Auch ein zertifizierter allergenarmer Apfel ersetzt keine ärztliche Beratung und darf nicht mit einem allergenfreien Produkt verwechselt werden.
Erhitzte Äpfel werden bei einer birkenpollenbedingten Kreuzallergie häufig besser vertragen, weil Mal d 1 hitzeempfindlich ist. Das gilt jedoch nicht für jede Form der Apfelallergie. Weitere Hintergründe zu Sorten, Einkauf und Verwendung bietet der Beitrag „Apfelvielfalt entdecken und schmecken“.
Aktualisiert am 14. August 2026
Rüdiger Lobitz / food-monitor
Quelle: bzfe.de
