Aktuelle Ergebnisse aus einer Umfrage zur Apfelallergie.
2005 hat die Lemgoer Ortsgruppe im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland ein Projekt gestartet um Apfelallergikern zu helfen ein Stück Lebensqualität zurück zu gewinnen. Damals hatte man erste Informationen, dass Betroffene bestimmte Apfelsorten, die meist aus Streuobstwiesen stammten, problemlos vertragen haben.
Allerdings gab es zu diesem Zeitpunkt kaum Informationen welche Sorten verträglich sind und welche unverträglich sind. Wenn von einem Arzt die Apfelallergie diagnostiziert wurde gab es die Empfehlung und dies gilt leider in vielen Fällen bis auf den heutigen Tag, auf den Konsum von Äpfeln zu verzichten. Weil hier die Möglichkeit bestand den besonderen Wert der Streuobstwiesen mit ihren alten Apfelsorten hervorzuheben und zugleich vielen Menschen zu helfen ein Stück Lebensqualität zurück zu erhalten hat man bundesweit Apfelallergiker aufgerufen mitzuteilen welche Sorten für sie verträglich und welche Sorten unverträglich sind und die Angaben ins Internet gestellt https://www.bund-lemgo.de/apfelallergie.html.
In Kooperation mit Institut für Lebensmitteltechnologie der TH OWL gab es dann eine erste Analyse zu den gesundheitsfördernden Polyphenolen und den Ergebnissen der BUND-Lemgo Umfragen. Hier bestätigte sich zum ersten Mal, dass ein hoher Gehalt an Polyphenolen dazu beiträgt, dass die Apfelsorten verträglich sind und die klassischen Supermarktsorten mit geringem Polyphenolgehalt eher unverträglich sind. Als 2014 Apfelallergiker den BUND Lemgo informierten, dass durch regenmäßigen Konsum verträglicher Apfelsorten eine Desensibilisierung (Verträglichkeit für alle Apfelsorten) erreicht wurde, hat man die Erkenntnisse dem Allergiezentrum der Berliner Charité gemeldet. Da laut Professor Dr. Karl-Christian Bergmann eine 3jährige Desensibilisierung mit Spritzen bei der Apfelallergie nur bei rund 50 % zum Erfolg führt sah Professor Dr. Bergmann hier eine Möglichkeit zu einer alternativen Therapie.
2016 startete dann eine Studie in Kooperation mit dem BUND Lemgo. Beim BUND Lemgo erfasste Allergikern wurde angeboten an der Studie teilzunehmen. Über 100 Teilnehmer haben dann zunächst den Problemapfel Golden Delicious vorsichtig probiert und die Reaktion festgehalten, danach 90 Tage täglich einen Apfel der Sorten Alkmene, Eifeler Rambur, Goldparmäne oder Roter Boskoop konsumiert und zum Schluss dann wieder den Problemapfel Golden Delisious. Die Auswertung der Ergebnisse zeigte, dass die 4 alten Sorten problemlos vertragen worden sind und eine Desensibilisierung zum Teil vollständig erreicht wurde und es zumindest eine erhebliche Linderung gab.
Als dann im Folgejahr zur Studie Teilnehmer darüber berichteten, dass sie weniger Probleme bei der verwandten Birkenpollenallergie (Kreuzallergie) hatten wurde eine Nachfrage gestartet. Hier bestätigte sich, dass dies für viele der Betroffenen zutrifft. Eine dreijährige Studie unter der Leitung vom Facharzt für Dermatologie Professor DDr. Klaus Eisendle aus Bozen hat inzwischen ergeben, dass man mit einer speziellen Apfeltherapie sowohl die Apfelallergie, als auch die Birkenpollenallergie dauerhaft heilen kann. Seine Empfehlung an Apfel- und Birkenpollenallergiker lautet statt einer dreijährigen Desensibilisierung mit Spritzen inkl. Nebenwirkungen lieber eine Apfeltherapie durchzuführen. Für Betroffene empfiehlt er dabei Apfelsorten auszuwählen, die auf den Internetseiten des BUND Lemgo als verträglich und mit hohem Gehalt an gesundheitsfördernden Polyphenolen ausgewiesen werden.
Beim BUND Lemgo hat man nun noch einmal eine Umfrage zum Thema Apfelallergie gestartet. Rund 80 % der Teilnehmer hatten 20 Jahre und mehr entsprechend der Empfehlung ihres Arztes keine Äpfel mehr gegessen. Rund 85 % waren zudem seit über 20 Jahren von einer Birkenpollenallergie betroffen, 19 % gaben an, dass sie nun ohne Probleme wieder alle Äpfel vertragen und weitere 50 % erklärten, dass die Probleme wesentlich vermindert wurden. Auch bei der Birkenpollenallergie gaben mehr als 60 % der Teilnehmer an, dass es hier eine wesentliche Verminderung der Beschwerden gab.
Durch die Studie von Professor DDr. Klaus Eisendle und die aktuelle Umfrage des BUND Lemgo zeigt sich, das Apfel- und Birkenpollenallergiker die Möglichkeit haben eine Heilung zu erreichen. Das die Auswirkungen der Allergien bei den Betroffenen sehr unterschiedlich ausfallen sind weitere Untersuchungen notwendig. Eine Möglichkeit wäre über einen langen Zeitraum täglich 2 Äpfel der verträglichen Sorten zu konsumieren oder zukünftig nur noch die verträglichen Sorten zu essen.
Die Hoffnung beim BUND Lemgo ist, dass Ärzte nun nicht weiter eine mehrere Tausend € kostende Desensibilisierung mit Spritzen empfehlen sondern eine Apfeltherapie. Diese bestätigt letztendlich die Aussage „An apple a Day keeps the doctor away. Da die verträglichen Apfelsorten nur sehr selten in Supermärkten oder auf Wochenmärkten angeboten werden, kann eine Liste mit Lieferanten beim BUND Lemgo angefordert werden – kontakt@bund-lemgo.de


Downlöoad: Apfelallergie-Auswertung (PDF)
Weitere Informationen
01. Filmbeitrag über das Projekt des Facharztes für Dermatologie Professor DDr. Klaus Eisendle aus Bozen zur Heilung der Apfel- und Birkenpollenallergie durch eine Apfeltherapie
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=zXUbSy15XZQ
02. Bericht in Natur und Heilen
https://www.bund-lemgo.de/download/natur_und_heilen_2025.pdf
03. Bericht über die Studie des BUND Lemgo in Kooperation mit dem Allergiezentrum der Berliner Charité https://www.bund-lemgo.de/download/013%20FB_2020_04_Bergmann_Studie.pdf
