Was ist Muskelverfettung oder White Striping im Hühnerfleisch?

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White Striping bezeichnet helle Streifen im Brustmuskel schnell wachsender Masthühner. Die Veränderung betrifft Muskelstruktur, Fett- und Bindegewebe und gilt vor allem als Qualitäts- und Tierwohlproblem – nicht als Hinweis auf eine akute Lebensmittelvergiftung.

Hühnerbrustfilet mit sichtbaren weißen Streifen im Muskelgewebe
Foto: Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt

Was bei White Striping im Muskel geschieht

Bei der auch als Myopathie bezeichneten Veränderung degenerieren Muskelfasern. An ihrer Stelle lagern sich vermehrt Fett- und Bindegewebe ein, die als weiße Linien sichtbar werden können. Am häufigsten ist der große Brustmuskel betroffen. Verwandte Muskelveränderungen sind „Wooden Breast“, bei der das Gewebe verhärtet, und „Spaghetti Meat“, bei der sich Muskelfaserbündel voneinander lösen.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen biologischen Abläufe sind nicht vollständig geklärt. Wissenschaftliche Übersichten nennen vor allem starkes Wachstum, hohe Brustmuskelmasse, Genetik, Alter und Fütterung als Einflussfaktoren. Wenn das Muskelwachstum die Versorgung und Regeneration des Gewebes überfordert, können Entzündung, Faserabbau sowie Fett- und Bindegewebseinlagerung entstehen.

Schnell wachsende Zuchtlinien und schwerere Tiere sind häufiger und stärker betroffen. White Striping ist damit ein Hinweis auf Zielkonflikte der auf hohe Mastleistung ausgerichteten Zucht. Aus dem sichtbaren Merkmal allein lässt sich jedoch nicht der vollständige Gesundheits- oder Haltungszustand eines einzelnen Tieres rekonstruieren.

Ist das Fleisch gesundheitsschädlich?

White Striping gilt nach heutigem Kenntnisstand nicht als eigenständige mikrobiologische oder toxikologische Gefahr für Verbraucherinnen und Verbraucher. Die üblichen Regeln für rohes Geflügel gelten unverändert: getrennt von verzehrfertigen Lebensmitteln aufbewahren und verarbeiten, Geflügel nicht waschen, Hände und Flächen reinigen und das Fleisch vollständig durchgaren.

Die Zusammensetzung kann sich verändern. Eine häufig zitierte Untersuchung fand bei moderat oder stark betroffenen Brustfilets einen höheren Fett- und etwas niedrigeren Proteingehalt als bei unauffälligem Fleisch. Die relative Angabe „bis zu 224 Prozent mehr Fett“ wirkt groß, bezog sich dort aber auf einen Anstieg von etwa 0,78 auf 2,53 Prozent Fett. Das Fleisch blieb damit absolut gesehen vergleichsweise fettarm.

Wie häufig kommt White Striping vor?

Veröffentlichte Studien und Marktstichproben berichten je nach Land, Zuchtlinie, Gewicht und Bewertungsmethode sehr unterschiedliche Häufigkeiten. Hohe Anteile aus Untersuchungen von Tierschutzorganisationen in Großbritannien oder Italien sind nicht automatisch auf den gesamten deutschen Markt übertragbar. Eine repräsentative bundesweite Erhebung für Deutschland ist in den hier ausgewerteten Quellen nicht belegt.

Tierwohl und mögliche Maßnahmen

Langsamer wachsende Zuchtlinien, angepasste Fütterung, geringere Mastendgewichte und ein Management, das Bewegung und Tiergesundheit unterstützt, können das Auftreten verringern. Ob ein konkretes Haltungssystem tiergerecht ist, lässt sich dennoch nicht nur an White Striping beurteilen. Weitere Merkmale wie Bein- und Fußballengesundheit, Besatzdichte, Stallklima, Mortalität und Verhalten gehören dazu.

Der Ausgangstext stammt von der Albert Schweitzer Stiftung und vertrat ausdrücklich eine tierschutzpolitische Position. Diese Perspektive ist von der wissenschaftlichen Beschreibung und der lebensmittelhygienischen Bewertung zu unterscheiden.

Quellen

Fachlich eingeordnet und aktualisiert am 6. September 2026 / food-monitor / KI