Skyr mit Energydrink: Wie gesund ist der Protein-Energie-Mix?

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Skyr mit Energydrink ist ein Social-Media-Trend – der Mix enthält weiterhin das Koffein des Getränks.

Kohlensäurehaltige Getränke nicht in einem geschlossenen Shaker kräftig schütteln: Dabei kann sich Druck aufbauen und Flüssigkeit beim Öffnen herausspritzen.

Bei Instagram und Tiktok probieren viele diese ungewöhnliche Kombination aus und machen anschließend den „Taste Test“. Die meisten „Tester“ sagen, dass die Mischung gut schmeckt und ziehen geschmackliche Vergleiche mit einem probiotischen Joghurtdrink oder einem Proteinshake. Sie versprechen sich von dem Getränk sowohl einen Protein- als auch einen Energiekick, außerdem soll es satt machen. Der Mix kombiniert zwei Themen, die in den sozialen Medien derzeit besonders thematisiert werden: High-Protein-Produkte und schnelle Energie. Aber wie gesund ist der Trend-Drink wirklich? Zuerst ein Blick auf die einzelnen Zutaten:

Isländischer Skyr ist ein cremiges Milchprodukt mit leicht säuerlicher Note. Er liefert kaum Fett, aber viel wertvolles Eiweiß, ist kalorienarm und sättigt gut. Daher ist er vor allem bei Fitnessbegeisterten gefragt und zurzeit sogar gelegentlich im Handel ausverkauft. Für die Herstellung von Skyr wird, ähnlich wie beim Quark, entrahmte Milch mit Milchsäurebakterien angesäuert und mit Lab dickgelegt.

Energydrinks enthalten viel Koffein, viel Zucker oder Süßstoffe und oft weitere Zutaten wie Inosit, Taurin und Glucuronolacton. Solche Drinks versprechen, wach zu machen und die Leistungsfähigkeit zu steigern – dieser Effekt ist aber nur kurzfristig. Wie viel Zucker enthalten ist, hängt vom Produkt ab. Beispielsweise liefern 500 ml bei 10 g Zucker je 100 ml insgesamt 50 g Zucker. Die Empfehlung von DGE, DAG und DDG lautet, freie Zucker auf weniger als zehn Prozent der täglichen Energiezufuhr zu begrenzen. Bei 2.000 kcal entsprechen zehn Prozent 50 g; dies ist keine für jedes Alter gleiche Tagesration. Freie Zucker umfassen zugesetzte Zucker sowie Zucker in Honig, Sirupen und Säften. Zuckerfreie Energydrinks können weiterhin Koffein enthalten.

Bei einem üblichen Koffeingehalt von 32 mg je 100 ml liefern 250 ml Energydrink 80 mg und 500 ml 160 mg Koffein. Entscheidend sind der tatsächliche Produktgehalt, das Körpergewicht und Koffein aus sämtlichen weiteren Quellen. Die vom BfR erläuterte EFSA-Bewertung nennt für gesunde Kinder und Jugendliche 3 mg Koffein je Kilogramm Körpergewicht als Einzeldosis und über den Tag verteilt. Bei 50 kg sind das 150 mg; eine 500-ml-Dose mit 160 mg überschreitet diesen Wert bereits. Daraus lässt sich keine allgemeine sichere Dosenmenge oder Trinkempfehlung für Kinder ableiten. Energydrinks werden für Kinder nicht empfohlen. Zu viel Koffein kann akute Nebenwirkungen auslösen wie Nervosität, Schlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden, starkes Schwitzen, Herzrasen und ein erhöhter Blutdruck. Hinzu kommt, dass sich der Körper an Koffein gewöhnt. Wer regelmäßig Energydrinks konsumiert, braucht mit der Zeit größere Mengen, um sich genauso wach und leistungsfähig zu fühlen.

Philine Lenz vom Bundeszentrum für Ernährung zieht daher folgendes Fazit zu dem Hype um den „Protein-Energie-Drink“: „Skyr ist ein empfehlenswertes Lebensmittel. Die Mischung mit Energy Drinks bietet keinen echten Mehrwert gegenüber einer ausgewogenen Mahlzeit, sondern sorgt dafür, dass unbemerkt hohe Mengen Zucker und Koffein aufgenommen werden. Skyr daher besser mit Obst, Haferflocken und Nüssen kombinieren. Erwachsene können dazu eine Tasse Kaffee oder Tee trinken.“ 

Tipp: Mit dem meist teureren Skyr ist der günstigere Magerquark in der Nährstoffzusammensetzung sehr gut vergleichbar. Wer den Magerquark pur zu fade findet, kann ihn mit etwas Milch, Buttermilch oder Sprudelwasser cremig aufrühren. Fun-Fact: Der günstigere Magerquark enthält sogar etwas mehr Protein (12-13 g pro 100 g) als Skyr (11 g).

Quelle: bzfe.de (Julia Seeher)