Kaffee und Demenz: Beobachtungsstudie findet geringeres Risiko

Veröffentlichung honorarfrei bei Link zu: food-monitor.de

Eine große US-amerikanische Langzeitstudie beobachtete bei höherem Konsum von koffeinhaltigem Kaffee ein geringeres Demenzrisiko. Die Untersuchung zeigt einen statistischen Zusammenhang, beweist aber keine Schutzwirkung.

Die 2026 in JAMA veröffentlichte prospektive Kohortenstudie wertete Daten von 131.821 Erwachsenen aus. 86.606 Frauen nahmen an der Nurses’ Health Study und 45.215 Männer an der Health Professionals Follow-up Study teil. Die Beobachtungszeit reichte je nach Kohorte über bis zu 43 Jahre; insgesamt wurden 11.033 Demenzfälle dokumentiert.

Koffeinhaltiger Kaffee mit günstigerem Ergebnis

Nach Berücksichtigung zahlreicher möglicher Einflussfaktoren war ein höherer Konsum von koffeinhaltigem Kaffee mit einem niedrigeren Demenzrisiko und weniger subjektiv wahrgenommenem geistigem Abbau verbunden. Beim Vergleich der höchsten mit der niedrigsten Konsumgruppe lag das statistische Demenzrisiko rund 18 Prozent niedriger.

Auch für Tee zeigten sich günstigere Zusammenhänge. Für entkoffeinierten Kaffee bestand dagegen kein statistisch signifikanter Zusammenhang mit dem Demenzrisiko. Daraus lässt sich jedoch nicht sicher ableiten, dass Koffein selbst die Ursache ist.

Warum die Studie keine Kausalität beweist

Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Menschen mit unterschiedlichem Kaffee- oder Teekonsum können sich auch bei Schlaf, Bewegung, Ernährung, Bildung, Rauchen oder Erkrankungen unterscheiden. Solche Faktoren wurden statistisch berücksichtigt, lassen sich aber nicht vollständig ausschließen.

Die Ergebnisse stammen zudem aus zwei langjährigen US-Gesundheitskohorten. Sie sind deshalb nicht automatisch auf jede Bevölkerungsgruppe übertragbar. Kontrollierte Interventionsstudien, die eine vorbeugende Wirkung gegen Demenz belegen, liegen damit nicht vor.

Keine Aufforderung, mehr Kaffee zu trinken

Wer Kaffee oder Tee gut verträgt, kann die Ergebnisse als weiteren Hinweis auf mögliche Zusammenhänge mit der langfristigen Gesundheit verstehen. Sie sind jedoch kein Grund, gezielt mit Kaffeekonsum zu beginnen oder große Mengen zu trinken. Koffein kann unter anderem Schlafprobleme, Unruhe und Herzklopfen fördern; für Schwangere und Menschen mit bestimmten Erkrankungen gelten besondere Empfehlungen.

Faktencheck zum Kaffeegenuss: Der Beitrag ordnet weitere verbreitete Aussagen über Kaffee und Gesundheit ein.

Fachartikel: Zhang, Y. et al. (2026): Coffee and Tea Intake, Dementia Risk, and Cognitive Function

Quelle: JAMA / food-monitor
Aktualisiert am 14. August 2026