Eine optimierte Nährstoffversorgung kann die natürliche Abwehrkraft von Pflanzen stärken und somit den Bedarf an chemischem Pflanzenschutz reduzieren – so lautet die Hypothese, die Molekularbiologin Dr. Nicole Ollinger durch ihre Forschung am Campus Wels der FH Oberösterreich belegen will.
Anhand von Kresse, Radieschen und Bohnen untersucht sie den Einfluss von verschiedenen Düngervarianten unter kontrollierbaren Laborbedingungen. Ob daraus praxistaugliche und wirtschaftliche Möglichkeiten zur Verringerung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes entstehen, soll das Projekt erst klären. Ein entsprechender Nutzen ist mit der Projektankündigung noch nicht nachgewiesen.
Ziel des Projekts „PI-Vital“ ist es konkret, die Wirksamkeit verschiedener Pflanzenwuchshilfsmittel auf das Wachstum und die Vitalität von Nutzpflanzen zu untersuchen. Warum wurden Radieschen, Bohnen und Kresse als Untersuchungsobjekte ausgewählt? „Es handelt sich bei diesen drei Pflanzen um Arten mit raschem Wachstum, schneller Keimung und gut beurteilbaren Samen- und Wuchsmerkmalen“, sagt Nicole Ollinger, die als Wissenschaftlerin in der Agrar-Forschungsgruppe Din-FARM unter FH-Prof. Claudia Probst an der FH Oberösterreich tätig ist.
Durch den gezielten Einsatz unterschiedlicher Düngervarianten will sie positive Effekte auf Pflanzenentwicklung, Widerstandsfähigkeit und Vitalität erfassen und bewerten. Da auch Pflanzen über ein eigenes Immunsystem verfügen, kann dieses durch bestimmte Nährstoffe und Umweltfaktoren gezielt aktiviert und gestärkt werden.
Konkret umfasst PI-Vital folgende Schritte:
- Verschiedene Pflanzenwuchshilfsmittel werden hinsichtlich ihrer Wirkung vergleichend analysiert
- Ein praxisnahes Bewertungsmodell zur Effizienz von Düngervarianten wird ausgearbeitet
- Auf Grundlage der Ergebnisse sollen Handlungsempfehlungen für die Landwirtschaft entwickelt werden.
Eine ressourcenschonendere Pflanzenproduktion und Anwendungen in Landwirtschaft, Gartenbau und urbaner Begrünung sind angestrebte Wirkungen. Ob und unter welchen Bedingungen sie sich erreichen lassen, muss anhand der Projektergebnisse und ihrer Übertragbarkeit in die Praxis bewertet werden.
Innovation stärkt ländlichen Raum
Das Projekt wird im Rahmen des 5. Calls des Zukunftsfonds des Landes Oberösterreich gefördert. Die Hochschule berichtet über erste Unterschiede im Erscheinungsbild und in der Qualität der Pflanzen aus Feldversuchen. Die Projektankündigung nennt dazu keine Versuchszahlen, Effektgrößen oder statistischen Auswertungen. Daraus lässt sich noch kein belastbarer Nachweis für einen geringeren Pflanzenschutzmittelbedarf ableiten.
„Mit dem Zukunftsfonds investieren wir gezielt in Forschung, die unseren Betrieben konkrete Perspektiven eröffnet. Wenn wir es schaffen, durch gezielte Vitalitätsförderung den Pflanzenschutzmitteleinsatz nachhaltig zu reduzieren, dann stärken wir nicht nur die Umwelt, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit unserer regionalen Gemüse- und Pflanzenproduzenten. Genau solche praxisnahen Innovationsprojekte stärken unsere bäuerlichen Betriebe und damit auch den ländlichen Raum“, betont Oberösterreichs Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger.
Verbindung von Lehre und Forschung: Bonus für Studierende
Ebenso essenziell ist der Beitrag für die Ausbildung der Studierenden in den Bereichen Agrartechnologie und -management sowie Lebensmitteltechnik und Ernährung am Campus Wels. Sie können im Rahmen ihres Studiums aktiv am Projekt mitwirken, während die wissenschaftlichen Erkenntnisse daraus laufend in die Ausbildung der Studierenden einfließen. Da die Bereiche Landwirtschaft und Lebensmittel an der FH Oberösterreich generell sehr viel Angewandte Forschung betreiben, werden die Studierenden stets praxisnahe und auf dem Stand der Wissenschaft ausgebildet.
Gefördert wird das Projekt durch das Agrarressort des Landes Oberösterreich für die Dauer von zwei Jahren.
Quelle: fh-ooe.at
