El Niño erhöht Beschaffungsrisiken – doch Modellverluste sind keine bereits eingetretenen Ernteausfälle.
Reis, Zucker, Kaffee, Kakao und Palmöl stehen im Mittelpunkt einer FoodNavigator-Analyse zu El Niño. Sie beschreibt, wie veränderte Niederschläge und Hitze mehrere Anbauregionen zugleich treffen können. Bei mehrjährigen Kulturen lassen sich Ausfälle zudem nicht durch eine kurzfristige Neuaussaat ausgleichen.
Regionale Folgen bleiben unterschiedlich
Die Weltorganisation für Meteorologie erwartet mit nahezu hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit, dass El Niño bis Februar 2027 anhält. Daraus folgt jedoch nicht, dass jede Anbauregion dieselben Schäden erleidet. Saison, andere Klimatreiber und lokale Wasserverfügbarkeit beeinflussen die Auswirkungen.
Szenarien richtig einordnen
Die im FoodNavigator-Bericht genannten 342,2 Milliarden US-Dollar entstammen einem extremen Risilience-Szenario, nicht einer feststehenden Schadensbilanz. Eine neuere Analyse des Unternehmens unterscheidet wiederum drei Belastungsszenarien für elf wichtige Agrarrohstoffe. Die darin genannten Verlustwerte reichen von 39 bis 375 Milliarden US-Dollar. Diese Modellvarianten dürfen weder addiert noch als sichere Prognose ausgegeben werden.
Für die Lebensmittelwirtschaft ist entscheidend, Herkunftsregionen statt nur Lieferantennamen zu vergleichen: Mehrere Händler können aus demselben gefährdeten Anbaugebiet beziehen. Alternative Rohstoffe, Rezepturen und Lieferwege benötigen Vorlauf. Vorsorge sollte deshalb auf konkreten Abhängigkeiten beruhen, nicht auf pauschalen Katastrophenzahlen. Wie unterschiedlich die Lage ausfallen kann, zeigt auch der JRC-Agrarausblick zu regionalen Klimarisiken.
Quelle: foodnavigator.com / food-monitor
