Gemüse als Rohstoff macht Chips nicht automatisch gesund
Gemüsechips aus Roter Bete, Pastinake, Möhre oder Süßkartoffel wirken auf den ersten Blick nährstoffreicher als Kartoffelchips. Durch Frittieren oder Backen verlieren die dünnen Scheiben jedoch viel Wasser und nehmen häufig Öl auf. Dadurch steigt die Energiedichte deutlich.
Viele Produkte liefern rund 450 bis 550 Kilokalorien pro 100 Gramm. Fett- und Salzgehalt können ähnlich hoch sein wie bei klassischen Kartoffelchips. Wie ein Produkt einzuschätzen ist, zeigt deshalb erst der Vergleich von Nährwerttabelle, Zutatenliste und Portionsgröße.
Wenige Zutaten sind möglich, aber nicht garantiert
Einige Gemüsechips bestehen tatsächlich nur aus Gemüse, Öl und Salz. Andere enthalten Gewürzmischungen, Zucker, Aromen oder weitere Zusätze. Die Zutatenliste entscheidet; die Bezeichnung „Gemüsechips“ ist kein Qualitätsversprechen.
Gemüsechips können Ballaststoffe und einzelne Mikronährstoffe liefern. Sie ersetzen aber keine Portion frisches oder schonend gegartes Gemüse. Wegen ihrer Energiedichte und der üblichen Verzehrsituation bleiben sie ein Knabberprodukt.
Acrylamid entsteht bei starker Erhitzung
Acrylamid kann entstehen, wenn stärke- und zuckerreiche Lebensmittel bei hohen Temperaturen gebacken, geröstet oder frittiert werden. Welche Mengen sich bilden, hängt von Gemüseart, Zuckergehalt, Temperatur, Garzeit und Bräunung ab.
Historische Stichproben des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) zeigten bei Gemüsechips teilweise hohe und stark schwankende Werte. Der verwendete Vergleichswert von 750 Mikrogramm pro Kilogramm ist ein Richt- beziehungsweise Benchmarkwert zur Prozesskontrolle und kein Grenzwert, unterhalb dessen jedes Gesundheitsrisiko ausgeschlossen wäre.
Das LAVES fasst Untersuchungen zu Gemüsechips zusammen. Einzelne ältere Stichproben lassen sich jedoch nicht pauschal auf alle heutigen Produkte übertragen.
Gemüsechips selbst zubereiten
Wer Gemüsechips zu Hause backt, kann Öl und Salz sparsamer dosieren. Das Gemüse wird in gleichmäßig dünne Scheiben geschnitten, mit wenig Öl vermischt und auf einem Blech verteilt. Entscheidend ist eine mäßige Temperatur: Die Scheiben sollten trocknen und knusprig, aber nicht dunkelbraun werden.
Je nach Gemüse, Dicke und Ofen unterscheiden sich Garzeit und Temperatur. Deshalb regelmäßig kontrollieren und stark gebräunte Stellen vermeiden. Auch selbst gemachte Gemüsechips bleiben ein konzentrierter Snack und sollten nicht als Ersatz für Gemüseportionen gerechnet werden.
Einen weiteren Produktvergleich bietet der Beitrag Sind Gemüsechips gesünder als Kartoffelchips?.
Aktualisiert am 15. August 2026
Quelle: Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) / food-monitor / KI
