Tamarinde: die „indische Dattel“ für Chutney und Currygerichte

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Die Tamarinde ist in Europa vor allem aus der Worcestersoße bekannt, eine Spezialität aus England.

Tamarinde
Foto: Thanthip Homsansri, 123RF

Nach einer Legende versuchten Anfang des 19. Jahrhunderts zwei Chemiker aus der britischen Grafschaft Worcestershire eine indische Würzsoße nachzuahmen. Das Experiment scheiterte, aber nach mehreren Jahren Lagerzeit hatte sich durch Fermentation ein harmonischer Geschmack entwickelt.

Das Rezept für die dunkelbraune Worcestersoße, eigentlich Worcestershire-Soße, ist bis heute geheim. Neben der Tamarinde sind aber Essig, Melasse, Sardellen, Ingwer, Zucker, Salz, Schalotten und Knoblauch enthalten. Das würzige Extrakt wird mehrere Jahre lang in großen Eichenfässern gelagert und verfeinert pikante Gerichte mit Fleisch, Gemüse und Cocktails.

Die Tamarinde (Tamarindus indica) ist vermutlich in Ostafrika beheimatet und hat sich von dort aus nach Indien und Asien verbreitet. Der botanische Name bedeutet übersetzt „Dattel aus Indien“. Tamarinden sind die Schoten eines 20 bis 30 m hohen Baumes mit gefiederten Blättchen, der zu den Johannisbrotgewächsen zählt. Die graubraunen bis zimtfarbenen Samenhülsen sind mehr oder weniger gekrümmt und können bis zu 20 cm lang werden.

In der Schale liegt das Fruchtmark, in das die dunkelbraunen Samenkerne eingebettet sind. Das Mark hat einen herben, süßsäuerlichen Geschmack und ist reich an Pektin, Kalium, Calcium, Phosphor und Eisen, B-Vitaminen und Provitamin A. Der Zuckergehalt liegt bei 30 bis 57 Prozent. Durch den ebenfalls hohen Säuregehalt hat Tamarinde eine verdauungsfördernde Wirkung. Die Tamarinde gibt vielen asiatischen Gerichten ihren typischen Geschmack.

In Indien ist die Frucht eine wichtige Zutat für Currys und Chutneys, denn sie passt hervorragend zu feurigen Chilis. Die Thailänder genießen die Tamarinde als kandiertes, mit Chili gewürztes Konfekt. Im Libanon und in Ägypten wird aus den Hülsen ein dunkelbraunes, limonadenähnliches Getränk zubereitet. Tamarindensirup wird häufig zum Abrunden von süßsauren Suppen und Soßen, Marinaden und Salatdressings verwendet. Die exotische Frucht verfeinert aber auch süße Desserts und Sorbets.

Tamarinde gibt es in Asialäden, aber auch in gut sortierten Supermärkten. Meist ist die exotische Frucht als getrocknete Masse im Block oder als Paste in Dosen und Gläsern erhältlich. Frische, reife Samenhülsen sind nur selten zu finden. Die Paste wird teelöffelweise mit etwas warmem Wasser angerührt. Getrocknete Tamarinde muss etwa 15 Minuten in heißem Wasser einweichen und durch ein feines Sieb gedrückt werden. Nur der Saft wird für die Zubereitung verwendet.

Quelle: Heike Kreutz, BZfE



Rezept: Tamarinden-Kichererbsen-Curry mit Aubergine

Tamarinden-Kichererbsen-Curry mit Aubergine und Basmatireis
Foto: food-monitor / KI

Zutaten für 4 Portionen

  • 250 g Basmatireis
  • 1 große Aubergine (etwa 500 g)
  • 3 EL Rapsöl
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 20 g frischer Ingwer
  • 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1 TL gemahlener Koriander
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 1/4 TL Chiliflocken
  • 400 g gehackte Tomaten aus der Dose
  • 240 g Kichererbsen, gegart und abgetropft
  • 2 EL Tamarindenpaste ohne Kerne
  • 200 ml Wasser
  • 1 TL brauner Zucker
  • 1/2 Bund Koriandergrün
  • Salz

Zubereitung

  1. Basmatireis in einem Sieb waschen und nach Packungsangabe in leicht gesalzenem Wasser garen.
  2. Aubergine waschen und in etwa 2 cm große Würfel schneiden. 2 EL Rapsöl in einer großen Pfanne erhitzen und die Auberginenwürfel bei mittlerer bis kräftiger Hitze 8 bis 10 Minuten rundherum anbraten. Herausnehmen und beiseitestellen.
  3. Zwiebel, Knoblauch und Ingwer schälen und fein würfeln. Das übrige Öl in der Pfanne erhitzen, alles 3 Minuten anschwitzen. Kreuzkümmel, Koriander, Kurkuma und Chiliflocken zugeben und 30 Sekunden mitrösten.
  4. Tomaten, Kichererbsen und Aubergine zufügen. Tamarindenpaste mit dem Wasser glatt rühren und zusammen mit dem Zucker in die Pfanne geben. Aufkochen und bei kleiner bis mittlerer Hitze 15 Minuten offen köcheln lassen.
  5. Das Curry mit Salz abschmecken. Koriandergrün waschen, trocken schütteln, grob hacken und über das Curry streuen. Mit dem Basmatireis anrichten.

Serviervorschlag: Die Tamarindenpaste zunächst vollständig einrühren und das Curry erst am Ende nach Geschmack weiter säuern.

Rezept: food-monitor / KI