Antientzündliche Ernährung bei Rheuma: Was sie leisten kann

Veröffentlichung honorarfrei bei Link zu: food-monitor.de

Ernährung kann Rheuma begleiten – heilen kann sie die Erkrankung nicht

Fetter Fisch, Nüsse, Vollkorn und Hülsenfrüchte gehören zu einer ausgewogenen Ernährung. Einzelne Lebensmittel „senken“ jedoch nicht zuverlässig Entzündungen und ersetzen bei rheumatoider Arthritis keine krankheitsmodifizierenden Medikamente. Eine frühe fachärztliche Behandlung bleibt entscheidend, um Gelenkschäden zu verhindern.

Fisch als Quelle langkettiger Omega-3-Fettsäuren
Foto: jusafa61 – CC-Lizenz (BY 2.0) – Some rights reserved

Die europäischen EULAR-Empfehlungen raten Menschen mit rheumatischen Erkrankungen zu einer gesunden, ausgewogenen Ernährung mit Gemüse, Obst, Vollkorn und Nüssen. Der größte Nutzen liegt in der allgemeinen Gesundheit und einem günstigeren Herz-Kreislauf-Risiko. Für starke Effekte einzelner Lebensmittel auf die Krankheitsaktivität ist die Evidenz begrenzt.

Omega-3: mögliches Plus, aber kein Wundermittel

Lachs, Hering, Makrele und andere fettreiche Fische liefern EPA und DHA. Walnüsse, Leinsamen und Leinöl enthalten dagegen vor allem Alpha-Linolensäure, die der Körper nur begrenzt in EPA und DHA umwandelt.

Eine Metaanalyse von 23 kontrollierten Studien fand für Omega-3-Präparate lediglich kleine und statistisch nicht eindeutige Effekte auf Schmerzen sowie geschwollene oder druckempfindliche Gelenke. Ein Nutzen ist möglich, aber nicht garantiert. Hoch dosierte Präparate sollten wegen möglicher Wechselwirkungen und Blutungsrisiken mit der behandelnden Praxis abgestimmt werden.

Vollkorn, Hülsenfrüchte und fermentierte Lebensmittel

Vollkornprodukte, Gemüse und Hülsenfrüchte liefern Ballaststoffe und unterstützen eine vielfältige Ernährung. Ballaststoffe werden teilweise von Darmbakterien zu kurzkettigen Fettsäuren abgebaut. Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass Hafer, Sauerteigbrot, Sauerkraut oder Kimchi eine rheumatoide Arthritis messbar behandeln. Fermentierte Lebensmittel können den Speiseplan ergänzen; eine spezifische therapeutische Wirkung ist nicht ausreichend belegt.

Praktisch sinnvoll ist ein überwiegend pflanzenbetontes Muster:

  • viel Gemüse und etwas Obst,
  • regelmäßig Hülsenfrüchte und Vollkorn,
  • Nüsse und Samen in passenden Portionen,
  • pflanzliche Öle wie Raps- oder Olivenöl,
  • wenig stark verarbeitete, zucker- und salzreiche Lebensmittel.

Muskelerhalt im Alter braucht mehr als „antientzündliches“ Essen

Chronische Entzündungen können bei Muskelabbau eine Rolle spielen. Eine antientzündliche Ernährung allein schützt aber nicht zuverlässig vor Sarkopenie. Wichtig sind regelmäßiges Krafttraining, ausreichend Energie und Protein sowie die Behandlung von Erkrankungen und eines möglichen Vitamin-D-Mangels. Bei unbeabsichtigtem Gewichtsverlust, Kraftverlust oder Schwierigkeiten beim Aufstehen und Gehen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Antientzündliche Ernährung im Test: Der Produkttest zeigt, wie Werbeversprechen und tatsächliche Nährwerte auseinanderliegen können.

Quelle: Wort & Bild Verlag / food-monitor
Aktualisiert am 14. August 2026