Ein NDR-Stichprobentest fand Fluortelomeralkohole in drei Backpapieren. Eine allgemeine Aussage über alle Produkte lässt sich daraus nicht ableiten.

Das NDR-Verbrauchermagazin „Markt“ ließ 2025 Backpapier der Marken Toppits, Fredmann und Priva von Dekra untersuchen. Nach Angaben des Senders wurden in allen drei Proben Fluortelomeralkohole (FTOH) nachgewiesen, die zur großen Stoffgruppe der per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) gehören. Die höchste Belastung habe die untersuchte Priva-Probe aufgewiesen.
Der Befund ist nicht gleichbedeutend mit einem Gesundheitsrisiko
Der NDR veröffentlichte in seiner Mitteilung weder die vollständigen Messwerte noch einen ausführlichen Prüfbericht. Damit lässt sich aus den Angaben nicht berechnen, wie viel der gefundenen Stoffe bei üblicher Nutzung in Lebensmittel oder Raumluft übergeht und welche Exposition daraus entsteht. Der Test umfasst zudem nur je eine kleine Auswahl von drei Marken und ist nicht repräsentativ für Backpapier insgesamt.
FTOH können flüchtig sein und im Körper teilweise zu langlebigen Perfluorcarbonsäuren umgewandelt werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hatte bereits auf Datenlücken bei der Bewertung von FTOH aus Papieren mit Lebensmittelkontakt hingewiesen. Der bloße analytische Nachweis eines Stoffes belegt jedoch noch keine konkrete Gesundheitsgefährdung durch ein bestimmtes Produkt.
Was die Hersteller mitteilten
Melitta erklärte gegenüber dem NDR, Toppits-Produkte würden seit Jahren ohne PFAS hergestellt und erneut untersucht. Fredmann verwies auf eigene Prüfungen ohne PFAS-Befund. Netto-Markendiscount teilte zum Priva-Produkt mit, es werde ohne zugesetzte PFAS hergestellt; Spuren von Fluorchemikalien könnten nach Unternehmensangaben auch aus Rohstoffen oder Wasser stammen. Die Aussagen erklären die unterschiedlichen Befunde nicht abschließend.
Silikonbackmatten separat bewertet
Zusätzlich untersuchte Dekra Silikonmatten von Temu, Xavax und Kaiser. PFAS wurden laut NDR nicht gefunden. Gemessen wurden jedoch flüchtige Bestandteile, die bei der Silikonherstellung eingesetzt werden können. Bei der Xavax-Probe lag der Messwert nach Darstellung des NDR knapp oberhalb des Richtwerts, unter Berücksichtigung der Messunsicherheit aber im zulässigen Bereich; die beiden anderen Proben lagen darunter.
Praktische Einordnung
Backpapier und Silikonmatten sollten nur innerhalb der angegebenen Temperaturgrenzen und nicht übermäßig lange oder beschädigt verwendet werden. Wer Einwegmaterial vermeiden möchte, kann ein gefettetes Backblech oder eine geeignete wiederverwendbare Unterlage nutzen. Aus dem Stichprobentest ergibt sich kein Anlass, sämtliche Backpapiere pauschal als gesundheitsschädlich zu bewerten.
Quellen: NDR, Mitteilung zum Labortest vom 1. Dezember 2025; BfR: Perfluorchemikalien in Papieren und Kartons für Lebensmittelverpackungen.
Redaktionell mit Unterstützung von KI aktualisiert: food-monitor, 6. September 2026
