Ezechielbrot ist nach einer Bibelstelle im Buch Ezechiel benannt. Dort werden Weizen, Gerste, Bohnen, Linsen, Hirse und Dinkel als Zutaten für ein Brot genannt. Ein heute verbindlich definiertes Rezept gibt es jedoch nicht.

Was steckt hinter dem Namen?
Die Zutatenliste bezieht sich auf Ezechiel 4,9 im Alten Testament. Moderne Ezechielbrote kombinieren meist mehrere Getreidearten mit Hülsenfrüchten. Manche Hersteller und Rezepte verwenden gekeimte Körner, andere Mehl, gekochte Hülsenfrüchte oder Sauerteig. Die Behauptung, das „ursprüngliche“ Brot sei ausschließlich aus gekeimten Körnern und ohne Mehl gebacken worden, lässt sich aus der Bibelstelle nicht ableiten.
Getreide und Hülsenfrüchte ergänzen sich beim Aminosäuremuster: Getreide enthält vergleichsweise wenig Lysin, Hülsenfrüchte liefern davon mehr. Dafür müssen aber nicht alle sechs biblischen Zutaten in einer einzigen Mahlzeit gegessen werden. Über den Tag abwechslungsreich kombinierte pflanzliche Eiweißquellen erfüllen denselben Zweck.
Ezechielbrot ist nicht automatisch Vollkorn. Entscheidend ist, ob tatsächlich das ganze Korn beziehungsweise Vollkornmehl eingesetzt wird. Einen Überblick bietet „Mehltypen: Weizen, Dinkel, Roggen und Vollkorn“.
Ist Ezechielbrot glutenfrei?
Nein. Weizen, Dinkel und Gerste enthalten Gluten. Auch wenn die Körner gekeimt werden, verschwindet das Gluten nicht. Ezechielbrot ist daher bei Zöliakie ungeeignet. Khorasan, Einkorn oder Emmer wären ebenfalls keine glutenfreien Ersatzgetreide.
Was verändert das Keimen?
Beim Keimen werden Enzyme aktiv und bauen einen Teil der gespeicherten Stärke, Proteine und Phytate um. Dadurch können sich Gehalte und Verfügbarkeit einzelner Nährstoffe verändern. Pauschal enthält jeder Keimling aber nicht automatisch mehr von allen Vitaminen und Aminosäuren, und „bekömmlicher“ ist keine garantierte Eigenschaft.
Das sogenannte Essenerbrot wird häufig ebenfalls aus gekeimtem Getreide hergestellt und bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen getrocknet oder gebacken. Die Begriffe und Herstellungsverfahren sind jedoch nicht einheitlich geregelt. Eine niedrige Temperatur ist kein Qualitätsmerkmal, wenn das Lebensmittel dadurch mikrobiologisch nicht ausreichend erhitzt wird.
Keimlinge sicher verwenden
Samen können bereits vor dem Keimen mit krankmachenden Bakterien verunreinigt sein. Wärme und Feuchtigkeit fördern während des Keimens ihre Vermehrung. Spülen reduziert lose Verunreinigungen, beseitigt Salmonellen oder STEC/EHEC aber nicht zuverlässig. Das gilt auch für selbst gezogene Sprossen und Keimlinge.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät besonders Menschen mit geschwächter oder noch nicht vollständig entwickelter Immunabwehr – darunter Kleinkinder, Schwangere, ältere und kranke Menschen –, Sprossen nur nach ausreichender Erhitzung zu essen.
Wer Keimlinge für Brot nutzt, sollte ausschließlich dafür geeignete Speisesamen verwenden, sauber arbeiten, muffig riechende oder schleimige Ansätze entsorgen und das Brot vollständig durchbacken. Ein sicheres Backergebnis lässt sich nicht allein am „hohlen Klang“ erkennen; die Krume muss auch im Zentrum vollständig erhitzt und fest sein.
Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026
Quelle: Verbraucherzentrale Bayern / food-monitor
Rezept: Ezechiel-inspiriertes Vollkornbrot mit Linsen und Bohnen

Zutaten für 1 Kastenbrot (etwa 12 Scheiben)
- 200 g Weizenvollkornmehl
- 150 g Dinkelvollkornmehl
- 80 g Gerstenvollkornmehl
- 50 g Hirsemehl
- 100 g vollständig gegarte braune Linsen, gut abgetropft
- 100 g vollständig gegarte weiße Bohnen, gut abgetropft
- 7 g Trockenhefe
- 1 TL Honig
- 10 g Salz
- 1 EL Rapsöl
- etwa 350 ml lauwarmes Wasser
Zubereitung
- Weizen-, Dinkel- und Gerstenvollkornmehl mit Hirsemehl, Trockenhefe und Salz in einer großen Schüssel mischen.
- Linsen und weiße Bohnen mit einer Gabel grob zerdrücken. Bei Konservenware vorher in einem Sieb abspülen und gut abtropfen lassen. Honig und Rapsöl mit 330 ml Wasser verrühren.
- Hülsenfrüchte und Flüssigkeit zur Mehlmischung geben. Alles 8 bis 10 Minuten zu einem weichen, leicht klebrigen Teig kneten. Nur so viel vom übrigen Wasser ergänzen, wie der Teig aufnimmt. Schüssel abdecken und den Teig an einem warmen Ort 60 bis 90 Minuten gehen lassen, bis sich sein Volumen sichtbar vergrößert hat.
- Eine etwa 25 cm lange Kastenform mit Backpapier auslegen. Den Teig mit angefeuchteten Händen kurz zusammenfalten, in die Form geben und glatt streichen. Abgedeckt weitere 25 bis 40 Minuten gehen lassen.
- Den Backofen rechtzeitig auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das Brot auf der mittleren Schiene 55 bis 65 Minuten backen, bis die Krume auch im Zentrum vollständig durchgebacken ist.
- Das Brot aus der Form nehmen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen. Erst danach anschneiden.
Serviervorschlag: Das kräftige Vollkornbrot passt zu herzhaften Aufstrichen und lässt sich in Scheiben gut einfrieren.
Allergen- und Sicherheitshinweis: Weizen, Dinkel und Gerste enthalten Gluten. Linsen und Bohnen nur vollständig gegart verwenden; rohe oder unzureichend gegarte Hülsenfrüchte sind nicht geeignet. Rohteig nicht verzehren, das Brot vollständig durchbacken und wegen der feuchten Hülsenfrüchte nach dem Auskühlen kühl lagern oder portionsweise einfrieren.
Rezept: food-monitor / KI
