Der rechnerische Pro-Kopf-Verbrauch von Frucht- und Gemüsesäften sank 2025 auf 22,5 Liter. Gemüsesaft legte gegen den rückläufigen Gesamttrend zu.

Nach Branchendaten des Verbands der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF) ging der Pro-Kopf-Wert gegenüber 2024 um 1,5 Liter zurück. Der Absatz von Fruchtsäften und Nektaren sank um rund sechs Prozent. Gemüsesaft stieg dagegen um etwa zehn Prozent auf 2,2 Liter je Einwohner.
Branchendaten sind kein individuelles Trinkprotokoll
Der Pro-Kopf-Wert teilt die im Markt erfasste Menge rechnerisch durch die Bevölkerung. Er zeigt einen Markttrend, aber nicht, wie viel jede Person tatsächlich trinkt. Auch die Erklärung, höhere Preise seien der wichtigste Grund für den Rückgang, ist eine Einschätzung des Branchenverbandes und kein alleiniger Kausalnachweis.
Saft ist nicht gleich ganzes Obst oder Gemüse
Frucht- und Gemüsesäfte können Vitamine und Mineralstoffe liefern, enthalten aber in der Regel weniger Ballaststoffe und sättigen schwächer als ganze Früchte oder Gemüse. Fruchtsaft enthält zudem von Natur aus Zucker und Energie. Gemüsesaft ist deshalb nicht automatisch „gesund“; Salzgehalt, Rezeptur und Portionsgröße bleiben wichtig.
Die DGE nennt als Orientierung zwei Gläser Obst- oder Gemüsesaft zu je 200 Millilitern im Laufe einer Woche. Als Durstlöscher empfiehlt sie Wasser; Saftschorlen sollten etwa aus einem Teil Saft und drei Teilen Wasser bestehen.
Wie sich ein besonders säure- und aromareicher Direktsaft von anderen Produkten unterscheidet, erklärt Muttersaft: Herstellung, Inhaltsstoffe und Verwendung.
Mercosur-Abkommen seit Mai 2026 vorläufig angewendet
Der VdF verband seine Markteinschätzung mit dem EU-Mercosur-Abkommen. Das Interims-Handelsabkommen wird seit 1. Mai 2026 vorläufig angewendet; Zollsenkungen beginnen je nach Produkt sofort oder stufenweise. Ob und wie stark sich das auf deutsche Orangensaftpreise auswirkt, hängt zusätzlich von Ernten, Krankheiten, Weltmarktpreisen, Wechselkursen, Verarbeitung und Handel ab.
Aktualisiert am 15. August 2026
Quellen: Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF); Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE); Europäische Kommission / food-monitor / KI
